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Mission

Bosnischer Auswanderer kehrt zurück und kauft halbes Dorf (VIDEO)

Bosnischer Auswanderer kehrt zurück und kauft halbes Dorf (VIDEO)
FOTO: Screenshot Youtube
2 Min. Lesezeit |

Ein Mann, ein Dorf, eine Mission: Was nach Jahrzehnten in Deutschland als verloren galt, soll wieder aufblühen.

In dem kleinen Dorf Postinje, nicht weit von Travnik gelegen, regt sich wieder Leben – und das ist vor allem einem Mann zu verdanken: Pero Jurcevic. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Deutschland, wo er Karriere machte, eine Familie gründete und sich eine Existenz aufbaute. Doch die Verbindung zu seiner bosnischen Heimat hat er dabei nie abreißen lassen.

Als Kind ausgewandert, absolvierte er in Augsburg seine Ausbildung und etablierte dort ein erfolgreiches Unternehmen. Mit den Jahren aber wuchs in ihm etwas, das stärker war als die Sicherheit des Lebens im Ausland – die Sehnsucht nach Postinje.

Rückkauf des Dorfes

Was er bei seiner Rückkehr vorfand, war ernüchternd. Wie so viele Dörfer in Bosnien-Herzegowina hatte auch Postinje den Krieg nicht unbeschadet überstanden: Die Bewohner waren geflohen, Gehöfte verfallen, Grundstücke verkauft oder aufgegeben.

Laut einem Bericht des Portals Dnevni avaz ließ Jurcevic diesen Anblick nicht unberührt – er beschloss zu handeln. Er verkaufte sein Haus in Deutschland und steckte den Erlös in den Rückkauf von Häusern, Wiesen, Wäldern und Feldern in seinem Heimatdorf. „Ich habe zurückgekauft, was einst uns gehörte. Fast die Hälfte des Dorfes liegt heute wieder in einer Hand – aber mit dem Ziel, es wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Jurcevic.

Touristisches Ethnodorf

Hinter dem Vorhaben steckt mehr als bloße Nostalgie. Jurcevic verfolgt einen konkreten Plan: Postinje soll zu einem Ethnodorf und einer touristischen Destination werden. Bereits für diesen Sommer hat er rund 40 Unterkunftseinheiten für Gäste vorbereitet.

Dabei steht er nicht allein. Sein Verwandter und Freund Dragan Balta, der in der Schweiz lebt, teilt seine Vision und unterstützt das Projekt. Besonders am Herzen liegt Jurcevic, dass auch die nächste Generation mitzieht: Sein Sohn und seine Schwiegertochter planen, gemeinsam mit ihren Kindern nach Postinje zurückzukehren.

Jurcevic hofft, dass sein Beispiel Schule macht und andere ehemalige Bewohner – zumindest im Ruhestand – zur Rückkehr bewegt.

Vor dem Krieg zählte Postinje rund 120 Einwohner, das Dorf pulsierte vor Leben.