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Bosnisches Wirtschaftswunder: Zwei Städte als Vorbild für ein braches Land

Bosnien-Herzegowina steht als Synonym für Korruption und Schattenwirtschaft. Dass es auch anders geht, beweisen zwei Städte. (Foto: zVg.)

Zwei Gemeinden könnten das gesamte Bild Bosnien-Herzegowinas verändern. Geringe Arbeitslosenquoten und Wirtschaftswachstum sind Zugpferde der beiden Städte.

Auf die Städte Tesanj und Gorazde sind auch österreichische und deutsche Medien aufmerksam geworden. Sie haben in den vergangenen Tagen über die glänzenden Leistungen dieser Gemeinden berichtet. Damit könnte sich das Bild über das durch den Krieg zerstörte Land ändern. Von den 100 größten Unternehmen in Bosnien-Herzegowina befinden 23 Standorte in der nordbosnischen Stadt Tesanj. In der Kleinstadt sind 2.255 Kleinunternehmen registriert. Die Beschäftigungsrate konnte in den letzten zwei Jahren um 15 Prozent gesteigert werden. Waren und Dienstleistungen im Wert von 350 Millionen Euro wurden alleine aus dieser Gemeinde exportiert.

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Der Sommer ist die Zeit der „Heimaturlaube“. Man arbeitet das ganze Jahr auf diese zwei Wochen Urlaub hin und möchte ihn am liebsten mit der Familie verbringen. Dass das nicht immer reibungslos abläuft, wissen die meisten.

 

Das britische Wirtschaftsmagazin Financial Times zählte Tesanj, Teslic und Zepce unter den zehn besten Regionen in Südosteuropa für Investoren. Auf der Liste ganz oben findet auch Goradze, dass die deutschen Medien als das “bosnische Wirtschaftswunder” benannten. Die kleinen Gemeinden setzen vermehrt auf die Privatwirtschaft. Dafür wurden günstige Bedingungen geschaffen, um Investoren anzuziehen. Sowohl in Tesanj als auch in Goradze haben lokale Politiker und die Bürger zusammengespielt. Der Bürgermeister von Tesanj lobte die Eigeninitiative der Bewohner der Kleinstadt, die nicht warten, dass ihnen jemand einen Job findet. Sie würden sich selbst Arbeitsplätze schaffen und damit die Wirtschaft ankurbeln, so Suad Huskic gegenüber bosnischen Medien. Unternehmern aus Goradze wurde die Landfläche zu günstigen Preisen verkauft, damit Jobs ausgebaut werden können. Der Plan ging auf, mehr als 1.500 Menschen haben innerhalb von zwei Jahren eine Beschäftigung gefunden.

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Für das Land, das als Synonym für Korruption, Schattenwirtschaft und Abwanderung steht, könnte sich mit diesen Beispielen das Blatt wenden. Durch die Berichte ausländischer Medien entfacht ein Optimismus, dass in Bosnien-Herzegowina ein Vorankommen möglich ist. Günstige Grundstücke für Unternehmer, schneller Genehmigungen für Firmen und Zollbestimmungen müssten landesweit geändert werden, um die wirtschaftlichen Erfolge von Tesanj und Goradze zu erzielen.

 

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