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Gesundheitsrisiko

Botox-Alarm: Wien warnt vor gefährlichem Schönheitswahn

Botox-Alarm: Wien warnt vor gefährlichem Schönheitswahn
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Künstliche Schönheit hat ihren Preis: Zwischen Wunsch und Realität klaffen oft schmerzhafte Lücken. Wien startet jetzt eine Aufklärungsoffensive gegen die Risiken von Botox und Co.

Jährlich werden in Österreich zwischen 30.000 und 100.000 ästhetische Eingriffe durchgeführt. Laut einer aktuellen Aussendung tragen soziale Medien erheblich zur Verbreitung potenziell gesundheitsschädlicher Schönheitsideale bei. Besonders problematisch: Durch künstliche Intelligenz, Fotofilter und chirurgische Veränderungen manipulierte Gesichtsbilder werden zunehmend als Normalität wahrgenommen.

⇢ Unterschätzte Gefahr: Stadt Wien warnt vor Schönheitsoperationen

Helga Willinger von der Wiener Pflege- und Patientenanwaltschaft berichtet von regelmäßigen Beschwerden nach kosmetischen Operationen, wenn Ergebnisse enttäuschen oder Komplikationen auftreten. Das Wiener Programm für Frauengesundheit kritisiert gemeinsam mit Fachleuten den mangelnden Ernst, mit dem sowohl Medien als auch Anbieter über ästhetische Eingriffe informieren. Insbesondere die teilweise schwerwiegenden Nebenwirkungen und Komplikationen bei Hyaluron- und Botox-Behandlungen fänden zu wenig Beachtung.

Gesundheitsrisiken

„Genau hier setzen wir an. Ärztinnen und Ärzte haben eine Aufklärungspflicht und können mögliche Komplikationen abschätzen“, betonte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Ab sofort sind wichtige Informationen rund um Botox und Co. online auf der Stadt-Wien-Seite abrufbar. Besonders gefährlich ist es, wenn unqualifizierte Personen Behandlungen vornehmen.

„Unprofessionelle Schönheits-OPs bergen ein enormes unnötiges Gesundheitsrisiko mit möglichen lebenslangen Folgen“, warnte Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaal (SPÖ).

Zu den häufigsten Komplikationen bei derartigen Eingriffen zählen Gefäßverschlüsse, schwere allergische Reaktionen sowie Schwellungen und Blutergüsse. In seltenen Fällen kann es auch zu muskulären Schwächen oder dauerhaften Veränderungen des Gesichtsausdrucks kommen. Besonders kritisch sind Notfallsituationen wie akute Gefäßverschlüsse oder allergische Schocks, bei denen nur ausgebildete Ärzte angemessen reagieren können, um lebenslange Folgeschäden zu verhindern.

Das österreichische Gesetz schreibt vor ästhetischen Eingriffen übrigens ein verpflichtendes ärztliches Aufklärungsgespräch sowie eine zweiwöchige Bedenkzeit vor der Einwilligung vor. Diese gesetzlichen Schutzmaßnahmen sollen sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten ausreichend über Risiken informiert werden – ein wichtiger Gegenpol zur oft verharmlosenden Darstellung in sozialen Medien.

Aufklärungskampagne

Die Stadt Wien reagiert mit einem umfassenden Informationspaket: Neben der neuen Webseite wurde das Informationsblatt „Wunsch und Wirklichkeit. Was Sie über Filler, Botox und Schönheitsoperationen wissen sollten“ entwickelt. Ergänzend dazu informiert eine neunteilige Video-Clip-Serie „Botox und Filler im Check“.

Die Aufklärungskampagne ist auch auf den Instagram-Kanälen „frauengesundheitwien“, „stadtwien“ und „Wien.Stabil“ sowie auf dem TikTok-Kanal der Stadt Wien präsent.

Zusätzlich behandelt der Stadt Wien Podcast in der Reihe „Filter, Filler, Folgen“ das Thema.