In einer großangelegten Aktion schlugen 400 Polizisten in sieben Bundesländern zu. Eine Gruppe, die Hassverbrechen verübte, wurde zerschlagen.
In einer großangelegten Polizeioperation durchkämmten rund 400 Beamte, darunter Spezialeinheiten wie COBRA und WEGA, verschiedene Orte in sieben österreichischen Bundesländern. Diese Aktion führte zu mehreren Verhaftungen und der Sicherstellung von Beweismaterial. Aus „kriminaltaktischen Gründen“ hielt sich die Polizei zunächst bedeckt und verwies lediglich auf die „AG Venator“.
Erst gegen 11 Uhr gab der stellvertretende Landespolizeidirektor der Steiermark, Generalmajor Joachim Huber, detaillierte Informationen über die Hintergründe der Razzia preis. Der Einsatz zielte auf eine Gruppe ab, die schwerwiegende Hassverbrechen gegen Personen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung verübt hatte. Insgesamt nahm die Polizei 15 Personen fest, darunter zwölf Männer und drei Frauen, und führte 23 Hausdurchsuchungen durch. Elf der Verdächtigen sind österreichische Staatsbürger. Laut den Ermittlern konnten bisher 17 strafrechtliche Delikte nachgewiesen werden, wobei sie von einer höheren Dunkelziffer ausgehen.
Hassverbrechen gegen Homosexuelle
Michael Lohnegger vom Landeskriminalamt Steiermark bezeichnete die Aktion als „dringend erforderlichen Schlag gegen Hasskriminalität“. Die Gruppe, die sich selbst „Pedo Hunter“ nannte, richtete ihre Angriffe gegen die homosexuelle Gemeinschaft. Die Polizei stellte klar, dass entgegen anderslautender Medienberichte keines der Opfer tatsächlich pädophil war.
Die Täter nutzten Online-Kontaktplattformen, um mit gefälschten Profilen potenzielle Opfer in eine Falle zu locken. Statt eines erwarteten Treffens mit einem Partner wurden die Opfer an abgelegenen Orten von „vier bis acht Maskierten“ erwartet und dort schwer misshandelt und gequält. Die Brutalität der Übergriffe nahm mit jeder Tat zu, ebenso die Schwere der Verletzungen und Erniedrigungen.
Brutale Übergriffe
Zu den Verbrechen zählten schwere Körperverletzungen und in einem Fall sogar versuchter Mord. Die Opfer wurden gezwungen, mit den Maskierten zu tanzen, und die Täter verbreiteten Videos dieser Demütigungen in einschlägigen Gruppen. Obwohl die Täter wussten, dass die Opfer nicht pädophil waren, rechtfertigten sie ihre Handlungen vor sich selbst.
Die Ermittlungen wurden zentral von der Steiermark aus geleitet, da die Gruppe ursprünglich in der Region Graz aktiv war, bevor sich ihre Übergriffe auf fast ganz Österreich ausweiteten. Auch in der Slowakei kam es im Zusammenhang mit diesen Vorfällen am Freitag zu Festnahmen.