Wien krempelt seine Wohnungsvergabe um – wer künftig bevorzugt eine Gemeindewohnung bekommt, hängt von einem neuen Punktesystem ab.
Ab dem 22. September 2026 tritt in Wien ein grundlegend überarbeitetes System zur Vergabe von Gemeinde- und geförderten Wohnungen in Kraft. Maßgeblich für die Zuteilung ist künftig die Dringlichkeit des individuellen Wohnbedarfs, die anhand eines Bonuspunktesystems bewertet wird. Besonders vulnerable Personengruppen können dabei von bis zu 100 Zusatzpunkten profitieren, was ihre Chancen auf eine Wohnungszuweisung erheblich verbessert.
Punkte nach Lebenslage
Die Höhe der vergebenen Bonuspunkte richtet sich nach der jeweiligen Lebenssituation der Antragstellenden. Menschen mit chronischen Mobilitätseinschränkungen sowie Pflegebedürftige erhalten jeweils bis zu 100 Punkte, ebenso Personen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Alleinerziehende sowie Haushalte, denen der Verlust der bisherigen Unterkunft droht, können mit bis zu 80 Punkten rechnen.
Situationen wie Überbelag, überdurchschnittlich hohe Wohnkosten oder das Fehlen eines eigenen Badezimmers werden mit jeweils bis zu 50 Punkten berücksichtigt. Auch langes Warten auf eine Zuweisung schlägt sich mit bis zu 45 Punkten nieder.
Registrierung & Übergang
Die Vorab-Registrierung für das neue System ist seit dem 14. Juli 2026 möglich. Die bisherige Suche mit einem Wiener Wohn-Ticket ist seit dem 14. September nicht mehr möglich. Ab dem 22. September 2026 werden Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen ausschließlich über das neue Vergabesystem vergeben. Dafür müssen sich Wohnungssuchende neu registrieren.
Der Wien-Bonus bleibt ebenfalls Bestandteil des neuen Systems: Wer seit mindestens sechs Jahren durchgehend seinen Hauptwohnsitz in Wien hat, kann bis zu 45 Punkte erhalten. Auch eine lange Wartezeit kann mit bis zu 45 Punkten berücksichtigt werden, wenn trotz aktiver Wohnungssuche noch keine Erstreihung bei einer Wohnung erreicht wurde.