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Stellenabbau

Diskonter im Umbruch: Hofer streicht Hunderte Arbeitsplätze

Diskonter im Umbruch: Hofer streicht Hunderte Arbeitsplätze
FOTO: Hofer
3 Min. Lesezeit |

Hofer schließt sein Lager in Kärnten: Rund 200 Mitarbeiter stehen vor ungewisser Zukunft, während der Diskonter Umstrukturierungen und Auslagerungen vorantreibt.

Der Lebensmittel-Diskonter Hofer wird sein Auslieferungslager in Weißenbach im Bezirk Villach-Land mit Jahresende 2026 schließen. Von dieser Maßnahme sind etwa 200 Mitarbeiter betroffen. Ab Anfang 2027 werden die logistischen Aufgaben des Standorts auf andere Verteilzentren aufgeteilt, darunter auch auf den neuen Standort in Lieboch bei Graz.

Laut Unternehmensangaben bleiben andere Logistikstandorte von der aktuellen Umstrukturierung unberührt. Die Verwaltungsaktivitäten aus Weißenbach samt Kundenservicecenter sollen in die Unternehmenszentrale nach Sattledt verlegt werden. Hofer versichert: „Alle betroffenen Mitarbeiter:innen bekommen auch hier die Möglichkeit in einer anderen Abteilung bzw. an einem anderen Standort weiterzuarbeiten.“

Das Unternehmen betont zudem, dass ein Wechsel von Logistikmitarbeitern beispielsweise in Filialen grundsätzlich keine Seltenheit sei. Für Beschäftigte, für die ein Standortwechsel nicht zumutbar ist, wird gemeinsam mit dem Betriebsrat ein individueller Sozialplan ausgearbeitet. Darüber hinaus bietet das Unternehmen persönliche Beratungsgespräche für alle Betroffenen an.

Umstrukturierung in Sattledt

Zusätzlich plant der Diskonter Umstrukturierungen und Auslagerungen im administrativen Bereich am Hauptsitz in Sattledt. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben „aktuell in einer Evaluierungsphase“, um festzustellen, wie viele Mitarbeiter letztendlich betroffen sein werden.

Laut einem Bericht des „Standard“ könnten die Lager-Schließung in Weißenbach und die Veränderungen in der Unternehmenszentrale insgesamt rund 300 Beschäftigte betreffen. Standardisierte und wiederkehrende administrative Tätigkeiten in den Bereichen Einkauf und Buchhaltung sollen künftig ausgelagert werden. Hofer ist Teil der deutschen Unternehmensgruppe Aldi Süd.

Der Lebensmittelkonzern stellt gegenüber der APA klar: „Eine Schließung unseres Headquarters in Sattledt stand und steht zu keiner Zeit zur Diskussion.“ Das Unternehmen betreibt österreichweit etwa 540 Filialen und beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter.

Die Umstrukturierung hat laut Hofer keine Auswirkungen auf das Filialgeschäft. Derzeit verzeichnet der Diskonter landesweit 1.200 offene Stellen, vorwiegend im Verkauf und in der Logistik. Das Unternehmen bestätigt ausdrücklich, dass das Filialgeschäft von den aktuellen Umstrukturierungen nicht betroffen ist und weiterhin stark personalintensiv expandiert.

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Gewerkschaftliche Begleitung

Wolfgang Gerstmayer, Geschäftsführer der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) Oberösterreich, wollte auf Nachfrage keine konkreten Zahlen zu den vom Stellenabbau betroffenen Hofer-Mitarbeitern nennen, da ihm diese selbst nicht vorliegen. Schätzungen wären unseriös, so der Gewerkschafter.

Neben der absoluten Anzahl der Betroffenen bleibt auch unklar, wie viele tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren werden, da ihnen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden. Für jene, für die ein Wechsel unzumutbar ist – etwa aufgrund zu langer Anfahrtswege – greife der ausgehandelte Sozialplan, erläutert Gerstmayer.

Der Gewerkschafter merkt an, dass Hofer Teile der IT „in andere Länder, wo es billiger ist“ auslagere, eine Praxis, die auch andere Unternehmen verfolgen. Dennoch betont er: „Es gibt eine sozialpartnerschaftliche Ebene, die funktioniert“ und „Hofer hat Interesse, dass er so viel Mitarbeitende wie möglich behält.“ Die GPA steht in kontinuierlichem Austausch mit den Betriebsräten des Unternehmens.

Für die betroffenen Beschäftigten in Kärnten werden nun Beratungsgespräche organisiert, wie Günther Muhrer von der GPA Kärnten mitteilt. Nach einer ersten persönlichen Orientierungsphase der Betroffenen werde man besonders auf „besondere individuelle Betroffenheiten“ achten.

„Wichtiger Punkt wird auch sein, ob alle die Infos, die sie bekommen haben, auch richtig verstanden haben“, so Muhrer. Weitere Maßnahmen wie ein Sozialplan werden in der Firmenzentrale in Oberösterreich entwickelt.

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KO KOSMO-Redaktion
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