Der Serbe schaltet einen Gang höher, wenn es zählt. Gegen Zverev beweist Djokovic erneut seine mentale Stärke und zieht zum 13. Mal ins Halbfinale von Paris ein.
Novak Djokovic hat zum 13. Mal das Halbfinale der French Open erreicht. Der serbische Tennisstar setzte sich im Viertelfinale gegen Alexander Zverev durch und sicherte sich damit nicht nur den Einzug in die Runde der letzten Vier, sondern auch ein Preisgeld von 690.000 Euro. Im Halbfinale trifft er nun auf den Weltranglistenersten Jannik Sinner, der zuvor Bublik in drei Sätzen bezwang. Für Djokovic war es bereits der neunte Sieg im 14. Duell mit dem Deutschen.
Wenn es darauf ankommt, scheint Djokovic immer noch einen Gang höher schalten zu können. Auch gegen Zverev bewies der Serbe einmal mehr seine außergewöhnliche Fähigkeit, in kritischen Momenten sein bestes Tennis abzurufen. Wie schon 2019, als sich die beiden zuletzt auf der Pariser Asche gegenüberstanden, behielt Djokovic die Oberhand – selbst in Phasen, in denen das Match zu kippen drohte.
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Diese Widerstandsfähigkeit ist längst zum Markenzeichen des Ausnahmeathleten geworden. Seit Jahrzehnten verschiebt Djokovic die Grenzen des Machbaren im Tennis und wird dies vermutlich fortsetzen, bis er sein volles Potenzial ausgeschöpft hat. Doch vielleicht gibt es keine Grenze für ihn – Djokovic selbst scheint eine Marke gesetzt zu haben, die für kommende Generationen unerreichbar bleiben könnte. Nun wartet mit Sinner ein ausgeruhter, junger Kontrahent, der aktuell als bester Spieler der Welt gilt.
Dramatischer Matchverlauf
Die Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier riefen immer wieder Djokovics Namen, doch im ersten Satz verpasste der Serbe die Chance, das frühe Break wettzumachen. Ausschlaggebend war sein schwacher Auftakt mit einem katastrophalen ersten Aufschlagspiel. Zverev nutzte diesen Vorteil eiskalt und gab die Führung nicht mehr her.
Im zweiten Satz präsentierte sich Djokovic wie verwandelt. Mit nur fünf unerzwungenen Fehlern agierte er nahezu fehlerfrei gegen den Weltranglistendritten. Selbst als Zverev aufgrund seines Diabetes eine Insulininjektion vornehmen musste, ließ sich der Serbe nicht aus dem Konzept bringen und glänzte in den entscheidenden Momenten.
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Das Break im vierten Spiel kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Zwar drohte der Deutsche im darauffolgenden Spiel zurückzuschlagen, doch Djokovic zeigte seine größte Stärke: unter maximalem Druck sein bestes Tennis zu spielen. Eine weitere Breakchance im sechsten Spiel blieb zwar ungenutzt, dennoch stellte der Serbe ohne größere Probleme auf 1:1 in Sätzen.
Djokovics Dominanz
Der dritte Durchgang war eine Machtdemonstration und dauerte gerade einmal 36 Minuten. Nach drei makellosen Aufschlagspielen beider Akteure erkannte Djokovic den richtigen Moment zum Angriff. Im fünften Spiel erarbeitete er sich zwei Breakchancen und nutzte die zweite zum vorentscheidenden Vorsprung.
Im vierten Satz wiederholte der Serbe sein Erfolgsrezept aus dem zweiten Durchgang und holte sich sofort das Break, womit er seinem Kontrahenten signalisierte, dass er keine Zeit verlieren wollte. Zverev kämpfte und schnupperte im sechsten Spiel am Ausgleich, doch genau hier demonstrierte Djokovic seine Extraklasse. In einem atemberaubenden 41-Schläge-Ballwechsel trieben sich beide Spieler über den gesamten Platz, variierten mit Stopps und Lobs, wobei der Serbe seinen Gegner mehrfach auszeichnete.
Das Finale dieses Viertelfinales wurde zum Nervenkitzel pur. Bei Djokovics Aufschlag entwickelte sich ein dramatisches Spiel mit fünf Matchbällen. Zverev zeigte noch einmal seine ganze Klasse und wehrte vier Matchbälle teilweise spektakulär ab.
Doch beim fünften Versuch setzte sich die mentale Stärke des Serben durch – Djokovic machte den Sack zu und sicherte sich das Halbfinalticket gegen Jannik Sinner.