Dragan aus Wien: „Mit 16 Jahren habe ich mich an Männer verkauft!“

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Dragan aus Wien: „Mit 16 Jahren habe ich mich an Männer verkauft!“

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(FOTO: iStock Photo)

Dragans Selbstwahrnehmung
„Ich hatte nie Kontakt zu anderen Escorts. Für mich waren männliche Prostituierte immer irgendwie grindig und billig. Es klingt vielleicht blöd, da ich nicht besser war. Das Feeling war für mich jedoch ein anderes. Über die Plattform ist es mir sauberer vorgekommen als am Straßenstrich“, erzählte mir Dragan, welcher während des gesamten Gesprächs zum ersten Mal zögerlich wirkte.

„Ich hatte drei Stammkunden im zwei bis drei Wochentakt.“

„Selbst habe ich mich nie als Prostituierte gesehen. Ich war Escort. Es ist zwar das Gleiche, aber habe mich selbst nie so erlebt. Außerdem war es ein Nebenverdienst und nicht mein Hauptberuf. Ich war weder am Straßenstrich, noch habe ich jeden Freier genommen. Heute würde ich mich schon als ‚kleine Hure‘ bezeichnen, aber damals habe ich das nicht so empfunden.“

„Wenn ich wieder 16 Jahre alt wäre und in der gleichen Situation, würde ich es noch einmal machen. Mit meinem jetzigen Wissen jedoch nie und nimmer. Ich war halt jung und naiv. Ich verurteile die Escorts auch auf keinen Fall. Wenn jemand in einer beschissenen Situation steckt –  den Job verloren hat, usw. – dann verstehe ich, dass er sich verkauft. Wenn es wirklich hart auf hart kommt, dann würde ich es wahrscheinlich auch wieder machen.“

Das heutige Leben als ehemaliger Escort
„Damals habe ich mich als bisexuell bezeichnet, da ich auch eine typischen Jugendbeziehung mit Mädchen hatte. Als junger Mensch kann man es oft nicht genau sagen, in welche Richtung man sexuell tickt. Aber heute weiß ich, dass ich schwul bin, da mich Männer mehr als Frauen reizen. Ich würde es aber nicht ausschließen, mit einer Frau zusammen zu sein. “

„Ich schaue auch geilen Frauen hinterher und jetzt nicht ‚Wow, sie hat schöne Schuhe‘ sondern auf den Hintern. Prinzipiell bemerke ich sowohl bei Männern als auch bei Frauen immer zuerst den Arsch. Brüste finde ich auch toll, aber nur bei Frauen, bei Männern geht das gar nicht (lacht)“, zeigte sich Dragan humorvoll.

„Bei mir kommt es auf mein Gegenüber an, ob ich aktiv oder passiv bin. Natürlich klärt man im Vorfeld ab, wer was lieber mag. Wenn ein Typ, größer ist als ich und nur passiv, dann ist das ein komplettes No-Go und ein Abturner für mich. Mit dem treffe ich mich auch nicht zum Kennenlernen. Ich bin immer noch in so einem Ideal, groß ist der Mann und klein ist die Frau. Mit kleineren Männern kann ich besser als Aktiver umgehen und bei größeren fällt es mir leicht devot zu sein. Das ist einfach das Tierische (lacht!)“

Das Escort-Dasein hat Dragan hinter sich gelassen. Heute geht er, wie er selbst sagt, einem komplett „normalem bürgerlichen Beruf“ nach. Seine große Liebe hat er bisher noch nicht gefunden. Derzeit genießen andere Dinge eine höhere Priorität:

„Zur Zeit bin ich single und habe meinen Spaß. Ich bin aber nicht Vollgas dabei, einen Freund zu suchen. Ich treffe mich einfach und schau was passiert, aber in 95 Prozent der Fälle endet es sowieso mit Sex. Ein typisches Eis essen, Spazieren gehen oder ähnliches gibt die Szene nicht her. Meistens geht es nur ums Fi***n und man weiß auch, dass es dazu kommt.“

 

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Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien der gebürtige Wiener bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.