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Wien

Dunkelster Winter seit drei Jahrzehnten – Ärzte schlagen Alarm

Dunkelster Winter seit drei Jahrzehnten – Ärzte schlagen Alarm
FOTO: iStock/greta6
2 Min. Lesezeit |

Grau, grauer, Wien – die Bundeshauptstadt erlebt den trübsten Winter seit drei Jahrzehnten. Die hartnäckige Nebeldecke belastet nicht nur die Stimmung, sondern auch die Gesundheit.

Der Wiener Winter zeigt sich heuer von seiner besonders düsteren Seite. Wien versinkt in einer hartnäckigen Nebeldecke, die seit Wochen nicht weichen will. Für viele jüngere Stadtbewohner ist diese anhaltende Trübnis ein bislang unbekanntes Phänomen.

Meteorologen bestätigen die außergewöhnliche Situation: Seit etwa drei Jahrzehnten war kein Winter mehr so lichtarm wie der aktuelle. Besonders bemerkenswert ist die vollständige Abwesenheit von Sonnenschein im Februar – bisher wurde keine einzige Sonnenstunde registriert, obwohl zu diesem Zeitpunkt normalerweise bereits rund neun Stunden verzeichnet sein sollten. Auch der Dezember blieb mit lediglich 38 Sonnenstunden deutlich unter dem üblichen Wert. ORF-Wetterexperte Kevin Hebenstreit bestätigt: „Wir erleben tatsächlich den trübsten Winter seit dreißig Jahren.“

Meteorologische Ursachen

Verantwortlich für diese anhaltende Dunkelheit ist eine spezifische meteorologische Konstellation, bei der feuchte Kaltluft im Wiener Becken gefangen bleibt. Anstatt klarer, winterlicher Tage dominieren seit Wochen Nebel, niedrige Temperaturen und monotones Grau das Stadtbild.

Diese Wetterlage belastet jedoch nicht nur die visuelle Wahrnehmung, sondern wirkt sich auch erheblich auf das psychische Wohlbefinden vieler Menschen aus. Psychiatrische Fachleute warnen, dass diese Bedingungen das Auftreten saisonaler Depressionen fördern können. Der Mangel an natürlichem Licht stört den Schlaf-Wach-Rhythmus erheblich – Betroffene leiden unter Erschöpfung und Energielosigkeit. Psychiater Marc Nairz-Federspiel vergleicht diesen Zustand im ORF mit einem „Winterschlaf“.

Hilfreiche Maßnahmen

Die alleinige Einnahme von Vitamin-D-Präparaten reicht zur Bewältigung dieser Situation häufig nicht aus. Fachleute empfehlen stattdessen den Einsatz von speziellen Tageslichtlampen für eine wirksame Lichttherapie. Bereits eine halbe Stunde Anwendung am Morgen kann spürbare Verbesserungen bringen.

Zusätzlich wird geraten, trotz der unwirtlichen Bedingungen regelmäßig ins Freie zu gehen, um zumindest das verfügbare Restlicht zu nutzen. Auf baldige Besserung sollten die Wiener allerdings nicht hoffen.

Zwar könnten am Wochenende vereinzelt kurze Lichtblicke auftreten, doch die Wettervorhersagen bleiben wenig ermutigend: Die graue Wetterlage wird die Stadt voraussichtlich mindestens bis zur Mitte der kommenden Woche weiterhin beherrschen.