Ein Erdbeben der Stärke 4,2 erschütterte am heutigen Abend Teile Rumäniens. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden weder Sachschäden noch Personenschäden gemeldet. Die zuständigen Behörden behalten die Lage weiterhin im Blick.
Das Epizentrum des Bebens wurde an den geografischen Koordinaten 45,675 Grad nördlicher Breite und 26,538 Grad östlicher Länge lokalisiert. Laut Angaben des Europäisch-Mediterranen Seismologischen Zentrums (EMSC) lag das Hypozentrum (Erdbebenherd unter der Erdoberfläche) in beträchtlicher Tiefe – rund 124,5 Kilometer unter der Erdoberfläche. Diese Tiefenlage deutet auf tektonische Verschiebungen in tieferen Erdschichten hin.
Seismische Aktivität in der Region
Das aktuelle Beben ereignete sich in der Vrancea-Erdbebenzone, einer bekannten seismisch aktiven Region Rumäniens. Erst am 11. Mai wurde in diesem Gebiet ein weiteres Beben der Stärke 4.6 registriert, etwa 44 Kilometer von der Stadt Focşani entfernt und in ähnlicher Tiefe von 146,7 Kilometern.
Geologen erklären die häufigen Erdbeben in dieser Region mit den besonderen tektonischen Gegebenheiten. Die Vrancea-Zone ist eine frühere Subduktionszone, wo Überreste eines alten Ozeans etwa 100 Kilometer unter den Karpaten liegen. Brüche und Verformungen in diesem relativ kühlen Gesteinsblock lösen regelmäßig seismische Aktivitäten aus.
Die große Tiefe solcher Beben hat zwei Auswirkungen: Einerseits sind die Erschütterungen in hunderten Kilometern Entfernung noch wahrnehmbar, andererseits führt genau diese Tiefe dazu, dass sie meist ohne größere Schäden an der Oberfläche bleiben.