Paris erhielt seinen berühmten Beinamen „Stadt des Lichts“ ursprünglich aus einem überraschend düsteren Kapitel seiner Geschichte. Im 16. Jahrhundert war die französische Hauptstadt von Kriminalität geprägt – ein Umstand, der die Bewohner nach Einbruch der Dunkelheit in ihre Häuser zwang.
Als Gegenmaßnahme verpflichteten die Behörden die Pariser Bürger, nachts Lampen in ihren Fenstern brennen zu lassen. Diese erste Initiative brachte jedoch nicht den erhofften Durchbruch gegen die nächtliche Unsicherheit.
Der entscheidende Wandel kam erst 1680 mit Gabriel Nicolas de la Reynie, dem damaligen Polizeichef. Unter seiner Führung wurde eine umfassende nächtliche Beleuchtung für sämtliche Straßen, Gassen und Winkel der Metropole angeordnet. Diese konsequente Lichtpolitik erwies sich als wirksam und prägte den bis heute gültigen Beinamen der Seine-Stadt.
Diese historische Beleuchtungstradition setzt Paris bis heute fort. Aktuell investiert die Stadtverwaltung über 40 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer öffentlichen Beleuchtung, darunter intelligente LED-Systeme, die sowohl Energieeffizienz als auch die touristische Attraktivität steigern. An ikonischen Orten wie dem Eiffelturm und den Champs-Élysées wird die Helligkeit gezielt gesteuert – einerseits zur Energieeinsparung, andererseits um das berühmte nächtliche Stadtbild zu bewahren, das für internationale Besucher nach wie vor ein zentraler Anziehungspunkt ist.
Kuriose Fakten
Frankreich hält neben dieser historischen Besonderheit zahlreiche kuriose Fakten bereit. Das Land führt die weltweite Tourismusstatistik an, wobei ausgerechnet Disneyland – nicht etwa der Eiffelturm oder der Louvre – die meistbesuchte Attraktion in Paris ist. Bemerkenswert erscheint auch, dass die Millionenmetropole mit nur einem einzigen STOP-Schild auskommt.
Historisch bemerkenswert: Frankreich führte als erstes Land der Welt Kfz-Kennzeichen ein. Eine besonders findige Widerstandsaktion ereignete sich während des Zweiten Weltkriegs, als Franzosen das Aufzugskabel am Eiffelturm kappten – mit dem Hintergedanken, dass Hitler im Falle einer Eroberung die vielen Stufen zu Fuß erklimmen müsste.
Skurrile Traditionen
Die französische Kultur ist reich an skurrilen Gesetzen und Traditionen. So ist es untersagt, ein Schwein mit dem Namen Napoleon zu versehen. In einem französischen Café zahlt man weniger für seinen Kaffee, wenn man höflich „Guten Tag“ oder „Bitte“ sagt.
Bis heute verleiht der französische Staat Medaillen an Familien für vorbildliche Kindererziehung. Eine rechtliche Kuriosität erlaubt sogar die Eheschließung mit einer verstorbenen Person. Fast alle französischen Schulen (96 Prozent) sind mit Kondomautomaten ausgestattet.
Die Tradition des weißen Hochzeitskleides, heute weltweit verbreitet, nahm 1499 in Frankreich ihren Anfang.
Und wer in verschiedenen französischen Regionen unterwegs ist, sollte die lokalen Begrüßungsrituale kennen – die Anzahl der Wangenküsse variiert je nach Region, wobei Korsika mit fünf Küssen den Rekord hält.