Mit einem flammenden Appell mischt sich Sänger Bosnjak in die ESC-Debatte ein. Er fordert Kroatien zum Rückzug auf, falls Israel am Wettbewerb teilnimmt.
Nach der Bestätigung von Kroatiens Teilnahme am Eurovision Song Contest und der Organisation des nationalen Vorentscheids Dora hat sich der Sänger Bosnjak mit einem emotionalen Statement zu Wort gemeldet. Auf Instagram bezog er klar Position gegen eine mögliche Teilnahme Israels am Wettbewerb.
„Der Eurovision ist weit mehr als nur ein musikalischer Wettstreit – er steht für Einheit, Kreativität und Frieden“, erklärte Bosnjak in seinem Posting. Er kritisierte, dass die Teilnahme eines Landes, das nach seiner Auffassung internationales Recht verletze, den grundlegenden Werten der Veranstaltung widerspreche.
In seinem Appell forderte der Künstler den kroatischen Rundfunk HRT und die zuständigen Behörden auf, die kroatische Teilnahme zu überdenken, sollte Israel beim Wettbewerb dabei sein. Er verwies dabei auf Slowenien, Irland, die Niederlande, Island und Spanien, die laut seiner Aussage bereits Solidaritätsbekundungen in Form eines möglichen Verzichts signalisiert hätten.
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„Hier geht es nicht um Politik, sondern um grundlegende menschliche Werte: Frieden, Gerechtigkeit und Inklusivität. Der Eurovision Song Contest sollte niemals Unterdrückung normalisieren“, betonte der Sänger in seinem Statement.
Persönliche Motivation
Bosnjak, der aus einem Land kommt, das selbst Kriegserfahrungen hat, appellierte an die Verantwortlichen, für das Richtige einzustehen und nicht zu schweigen. In einer ergänzenden Instagram-Story stellte er klar, dass er schon immer eine kritische Haltung gegenüber Israel eingenommen habe.
„Der Eurovision Song Contest war mein Kindheitstraum, und auf derselben Bühne mit Israel zu stehen, bedeutet nicht, dass ich sie unterstütze“, schrieb er und erklärte, dass ihn damals vertragliche Verpflichtungen am offenen Sprechen gehindert hätten. Er betonte, das Problem seien nicht die einzelnen Künstler, sondern die Verantwortlichen, die einem Staat, den er des Völkermords beschuldigt, die Teilnahme an einer Veranstaltung ermöglichen würden, die für „Liebe, Einheit und Musik“ stehe.
Hintergrund der ESC-Kontroverse
Die Kritik des Sängers kommt nicht überraschend: Bereits nach dem Eurovision Song Contest 2025 hatte Bosnjak ähnliche Positionen vertreten. Damals hatte er erklärt, dass er sich während des Wettbewerbs aufgrund vertraglicher Beschränkungen nicht zu politischen Themen äußern könne. Nach seinem Ausscheiden nutzte er diese neue Redefreiheit, um Israel wegen des Krieges in Gaza scharf zu kritisieren und einen Ausschluss des Landes vom ESC zu fordern.
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Besonders kontrovers ist Bosnjaks Position zu kriegführenden Ländern generell: Er forderte, dass alle Länder, die aktiv an einem Krieg beteiligt sind – unabhängig davon, ob sie als Aggressor oder Opfer auftreten – nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen sollten. Während er den Ausschluss Russlands unterstützte, kritisierte er gleichzeitig die Teilnahme der Ukraine, obwohl er die Politisierung des Wettbewerbs grundsätzlich ablehnt.
Neue Redefreiheit
Abschließend erklärte Bosnjak, dass es bereits früher Aufrufe zum Boykott gegeben habe, Verträge jedoch politische Äußerungen der Teilnehmer untersagten.
„Jetzt habe ich die Freiheit, mich zu äußern, und ich habe beschlossen, dies ehrlich zu tun“, so der Sänger.