Start COMMUNITY Fahrudin Omerović – vom Kriegsflüchtling zur Koryphäe in der Hausbetreuung
INTERVIEW

Fahrudin Omerović – vom Kriegsflüchtling zur Koryphäe in der Hausbetreuung

"Koryphäe würde ich so nicht sagen, es gibt viele wie mich in unserer Branche. Ich hatte nur das Glück, in einer Firma beschäftigt zu sein, die einem alles ermöglichte und auch förderte (Meisterbrief)", gab sich Fahrudin Omerović bescheiden.(FOTO: Stefanie Starz)

1992 kam Fahrudin Omerović während des Bosnien-Krieges nach Österreich und machte bei Attensam ganz groß Karriere.

Im Alter von 27 Jahren flüchtete Omerović aus dem bosnisch-herzegowinischen Ort Janja nach Wien. Nach seiner Ankunft lebte er zuerst alleine und „unter abenteuerlichen Bedingungen“, um ein Jahr später, dank der MA 12 und einiger Professoren der Uni Wien, seine Familie nachholen zu können. Im Interview erzählte uns Fahrudin Omerović Details zu seinem, wie er selbst sagt, „dornenreichen Weg nach Österreich“ und darüber, wie er den Weg vom Flüchtling zu einem großen Namen in der Hausbetreuungsbranche schaffte.

KOSMO: Wie sind Sie damals zu Attensam gekommen?
Fahrudin Omerović: Damals war ich noch in der Flüchtlingsnotunterkunft im Alten AKH, über einen Studenten der als Betreuer dort tätig war bekam ich die Info, dass Attensam dringend Mitarbeiter für die Schneeräumung sucht und so begann es, das war mein Beginn bei Attensam. Auch hier hat Fr. Attensam maßgeblich dazu beigetragen, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, das war einer meiner glücklichsten Tage in meinem Leben – ich konnte wieder von vorne anfangen – ich hatte damals Tränen in den Augen.

Sie sind mittlerweile 27 Jahre Teil des Unternehmens. Womit überzeugt Sie Attensam bis heute, ein Teil des Teams zu bleiben?
Durch meine Loyalität, Liebe für meine Arbeit, das “Zusammen” mit Kollegen, egal auf welcher Ebene und die Unterstützung der Geschäftsführung all die Jahre. 

Fr. Attensam hat maßgeblich dazu beigetragen, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen – Ich konnte wieder von vorne anfangen – ich hatte damals Tränen in den Augen...”

– Fahrudin Omerović

Sie sind heute eine Koryphäe auf Ihrem Fachgebiet. Wie kam das Interesse für diesen Bereich?
Koryphäe würde ich so nicht sagen, es gibt viele wie mich in unserer Branche. Ich hatte nur das Glück, in einer Firma beschäftigt zu sein, die einem alles ermöglichte und auch förderte (Meisterbrief). Da ich die Karriereleiter so Step by Step erklomm, habe ich mich selbstverständlich intensiv mit allen Themen beschäftigt und so ein fundiertes Fachwissen erworben, das ich auch immer auf dem neuesten Stand halte. In unserer Branche ändern sich die Anforderungen schnell. Gott sei Dank sehen uns die Kunden mittlerweile als hochqualifiziertes Personal. 

Jeder hat die Chance bzw. Möglichkeit sich überall zu verwirklichen, mit Engagement, Ehrlichkeit, ein bisschen Ehrgeiz, Menschlichkeit und dann vielleicht das Glück, ein Teil von Attensam zu sein”, so Omerović. (FOTO: Stefanie Starz)

Was ist es für ein Gefühl, nicht nur firmenintern, sondern auch -extern ein großer Name in der Branche zu sein und wie gehen Sie mit der damit verbundenen Verantwortung um?
Ich nehme meine Tätigkeit in allen Belangen sehr ernst, ich versuche immer mein Wissen und meine Erfahrung an unsere Mitarbeiter weiterzugeben (firmeninterne Kurse usw.). Auch haben wir bei Attensam die Möglichkeit, übergreifend unsere Ideen, Vorschläge, Abläufe usw. zu präsentieren, diskutieren und dann umzusetzen. Auch privat werde ich des Öfteren bei reinigungstechnischen Problemen zu Rate gezogen, man kann halt nicht alles mit Pril und Cif lösen (Spaß) – unsere Branche hat sich zu einem hochkomplexen Arbeitsfeld entwickelt, wo fundiertes Wissen Pflicht ist.

Wie erlebten Sie die Zeit des Corona-Lockdowns hinsichtlich Ihres Berufes?
Als erstes möchte ich allen unseren Reinigerinnen und Reinigern für ihren täglichen Einsatz in dieser schweren Zeit danken. Denn sie waren es, die ihre Arbeit täglich unter hohem Risiko (trotz Masken und Handdesinfektion) vorbildlich erfüllt haben. In den Medien wurden alle gelobt, sei es das Krankenhauspersonal, Kassiererinnen und Kassierer usw. – bitte nicht vergessen, dass auch wir täglich österreichweit dazu beigetragen haben, die Hygiene soweit möglich aufrecht zu halten. Ich persönlich finde das bemerkenswert.

Was würden Sie anderen Menschen mit Migrationshintergrund raten, die eine erfolgreiche Karriere, wie Ihre, anstreben?
Jeder hat die Chance bzw. Möglichkeit sich überall zu verwirklichen, mit Engagement, Ehrlichkeit, ein bisschen Ehrgeiz, Menschlichkeit und dann vielleicht das Glück, ein Teil von Attensam zu sein.