Falsche Polizei-Mails mit schweren Anschuldigungen versetzen Empfänger in Angst. Hinter den erfundenen Kinderpornografie-Vorwürfen steckt eine perfide Betrugsmasche.
Derzeit verbreitet sich eine neue Welle von Betrugsversuchen, bei denen Empfänger per E-Mail mit haltlosen Anschuldigungen wegen Kinderpornografie und Pädophilie konfrontiert werden. Die Kriminellen tarnen sich dabei als Polizeibehörde und setzen ihre Opfer mit Drohungen massiv unter Druck – von angedrohter Verhaftung über Gerichtsverfahren bis hin zur öffentlichen Bloßstellung. Am Ende steht stets die Geldforderung. Die Täter operieren mit schwerwiegenden Vorwürfen wie Kinderpornografie, Cyberpornografie und sexuellem Menschenhandel. Besonders perfide: Die Nachrichten werden von einer täuschend echt wirkenden polizei.at-Adresse verschickt und erwecken durch die vermeintliche Unterschrift des Bundeskriminalamtsleiters einen offiziellen Eindruck.
Laut Bundeskriminalamt werden die Absenderadressen technisch manipuliert und mit offiziellen Polizei-Logos, QR-Codes oder sogar Unterschriften bekannter Behördenleiter versehen. Das Bundeskriminalamt warnt ausdrücklich: Solche E-Mails stammen niemals von echten Ermittlungsbehörden, sondern dienen ausschließlich betrügerischen Zwecken. Neben finanziellen Forderungen können diese Fake-Mails auch Schadsoftware enthalten.
Verunsicherte Bevölkerung
Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß, wie Gerald Sakoparnig, Leiter der Betrugsabteilung der Polizei Oberösterreich, bestätigt: „Die Empfänger sind natürlich verunsichert – auch wenn sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen.“ Da stellen sich Fragen wie: Bin ich da vielleicht in irgendwelche Ermittlungen hineingeraten? Wird meine Identität missbräuchlich verwendet? Das Ziel der Kriminellen sei eindeutig: „Die Betrüger wollen erreichen, dass die Empfänger – also potenzielle Opfer – mit ihnen in Kontakt treten, um sich dann vermeintlich von strafrechtlichen Ermittlungen freizukaufen.“
Psychologischer Druck
Die Masche arbeitet mit erheblichem psychologischem Druck. Laut den betrügerischen E-Mails haben die Empfänger nur 72 Stunden Zeit, um schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen – angeblich, um die Höhe möglicher Sanktionen festzulegen. Die angedrohten Konsequenzen sind drastisch: Gefängnisstrafen sowie Geldbußen zwischen 10.000 und 35.000 Euro. Das Bundeskriminalamt empfiehlt eindringlich: Auf keinerlei Forderungen eingehen, keine Anhänge oder Links öffnen und die Nachrichten dauerhaft löschen. Sakoparnig ergänzt, Betroffene sollten den Absender umgehend blockieren und bei eingetretenem Schaden Anzeige erstatten.
Die Ermittlungen gegen die unbekannten Täter laufen bereits.