ChatGPT kann sich heute deutlich mehr über seine Nutzer merken als früher. Seit Juni 2026 wurde die Memory-Funktion umfassend ausgebaut – doch Nutzer können weiterhin kontrollieren, welche Informationen zur Personalisierung verwendet werden.
OpenAI hat die Erinnerungsfunktion von ChatGPT im Juni 2026 grundlegend weiterentwickelt. Das neue System soll Informationen aus früheren Interaktionen besser zusammenfassen und aktuell halten. Ist Memory aktiviert, kann ChatGPT beispielsweise Vorlieben, laufende Projekte, wiederkehrende Anforderungen oder andere längerfristig relevante Informationen berücksichtigen.
Der Rollout des neuen Systems begann am 4. Juni zunächst für Plus- und Pro-Nutzer in den USA und wurde anschließend auf weitere Länder und Tarife ausgeweitet. Welche Memory-Funktionen verfügbar sind, kann je nach Tarif, Region, Plattform und Workspace unterschiedlich sein.
Was ChatGPT verwenden kann
ChatGPT merkt sich dabei nicht automatisch jedes Detail einer Unterhaltung. Stattdessen werden relevante Informationen zusammengefasst und im Laufe der Zeit aktualisiert. Je nach Konto können neben früheren Chats auch benutzerdefinierte Anweisungen, Dateien aus der persönlichen Bibliothek oder Inhalte aus verbundenen Apps als Kontext dienen.
Das soll vor allem verhindern, dass Nutzer bei jeder neuen Unterhaltung wieder von vorne beginnen müssen. Wer beispielsweise regelmäßig an demselben Projekt arbeitet oder bestimmte Anforderungen an Antworten hat, kann dadurch stärker personalisierte Ergebnisse erhalten.
Einstellungen & Kontrolle
Die verfügbaren Einstellungen finden sich unter „Einstellungen“ → „Personalisierung“ → „Memory“. Dort kann die Erinnerungsfunktion je nach Account aktiviert oder deaktiviert werden. Eine Memory-Zusammenfassung zeigt außerdem zentrale Informationen, die ChatGPT für die Personalisierung heranziehen kann.
Diese Zusammenfassung lässt sich überprüfen und korrigieren. Wichtig ist allerdings: Das Abschalten von Memory löscht den bisherigen Chatverlauf nicht. Werden vorhandene Chats später weiterhin im Konto gespeichert und Memory erneut aktiviert, können daraus wieder relevante Informationen für künftige Unterhaltungen entstehen.
Wer eine Information möglichst vollständig entfernen möchte, muss deshalb nicht nur die entsprechende Erinnerung beziehungsweise Zusammenfassung anpassen, sondern auch die ursprünglichen Quellen löschen. Dazu können etwa frühere oder archivierte Chats, gespeicherte Dateien oder Inhalte aus verbundenen Apps gehören.
Temporäre Chats
Für Unterhaltungen, die nicht in die persönliche Erinnerung einfließen sollen, bietet ChatGPT den temporären Chat. Solange eine Unterhaltung temporär bleibt, erstellt oder aktualisiert sie keine Erinnerungen und erscheint nicht im normalen Chatverlauf. Zudem wird sie nicht zur Verbesserung der OpenAI-Modelle verwendet.
Vor Beginn kann entschieden werden, ob ein temporärer Chat personalisiert oder nicht personalisiert sein soll. Ein personalisierter temporärer Chat darf bereits vorhandene Erinnerungen und andere Personalisierungen verwenden, erstellt daraus aber keine neuen Erinnerungen. Bei der nicht personalisierten Variante werden diese Informationen nicht verwendet.
Vollständig unmittelbar gelöscht werden temporäre Unterhaltungen allerdings nicht zwingend. OpenAI kann aus Sicherheitsgründen eine Kopie bis zu 30 Tage aufbewahren. Wird ein temporärer Chat später bewusst gespeichert, wird er zu einem regulären Chat und unterliegt anschließend den normalen Einstellungen des Kontos.
Bewusst mit Daten umgehen
Unabhängig von den technischen Einstellungen bleibt ein bewusster Umgang mit persönlichen Informationen sinnvoll. Nutzer sollten regelmäßig kontrollieren, welche Personalisierungsfunktionen aktiviert sind und welche Daten sie in Chats, Dateien oder über verbundene Dienste mit ChatGPT teilen.
Das betrifft inzwischen eine enorme Zahl von Menschen: OpenAI bezifferte die Zahl der wöchentlichen ChatGPT-Nutzer Ende September 2026 auf rund 1,2 Milliarden. Mit der steigenden Verbreitung des Dienstes gewinnt damit auch die Frage an Bedeutung, welche persönlichen Informationen für die Personalisierung genutzt werden und wie Nutzer darüber die Kontrolle behalten.