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SCHLECHTE ARBEITSBEDINGUNGEN

Große Demo in Wien: Diese Essenslieferanten fordern mehr Gehalt

DEMONSTRATION
Symbolbild (iStock: Evgeniy Anikeev)

Die Essenszusteller der Firma „Mjam” haben gestern in Wien für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert.

Rund 100 Mjam-Essenszusteller fanden sich gestern auf ihren Fahrrädern und Motorrädern zu einer Demonstration unter dem Motto: “Heute wird kein Essen ausgeliefert” in der Mariahilfer Straße in Wien zusammen. Die Essenszusteller zeigten damit ihren Protest wegen der Arbeitsbedingungen und der niedrigen Bezahlung. Unter anderem sind die Mjam-Mitarbeiter mit der neuen Provision nicht einverstanden, die dann ausbezahlt wird, wenn ein Mjam-Zusteller in einer Stunde vier Bestellungen in Wien ausliefert. Diese Art von Provision erhöhe nur den ohnehin hohen Arbeitsdruck und führe zu mehr Risiko von Verkehrsunfällen, kritisierten die Essenszusteller.

Wie „Heute“ berichtet, bekommt ein anonymer Mjam-Zusteller 3,27 Euro und 1,23 Euro Kilometergeld pro Bestellung. Dafür muss er zwischen 5 und 8 Kilometer zurücklegen. Außerdem sind 93 Prozent der Mjam-Zusteller freie Dienstnehmer, das heißt: sie müssen sich selbst versichern, bekommen kein 13. und 14. Gehalt und haben im Krankheitsfall kein Einkommen. Der interviewte Mjam-Fahrer kam bei Vollzeit-Tätigkeit auf rund 1.440 Euro im Monat.

„Mjam” wirbt auf seiner Website um neue Mitarbeiter mit einem Gehaltsversprechen von 12 Euro pro Stunde, bei vielen Zustellungen bis zu 16 Euro pro Stunde, sowie Trinkgeld – welches laut dem befragten Mitarbeiter allerdings sehr rar ist.

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