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Internetzugang

Himmel statt Kabel: Neues Internet-Zeitalter für Bosnien beginnt

Himmel statt Kabel: Neues Internet-Zeitalter für Bosnien beginnt
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Während Europa digital vernetzt ist, warten Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro noch auf Starlink. Doch findige Nutzer haben längst Wege gefunden, Elon Musks Satelliten-Internet zu nutzen.

In Bosnien-Herzegowina warten viele Menschen noch immer auf schnelles Internet. Während der Großteil Europas längst mit Highspeed-Verbindungen versorgt ist, bleibt das Land zusammen mit Serbien und Montenegro unter den letzten europäischen Regionen, die auf Starlink warten müssen. Der Satelliten-Internetdienst von Elon Musks Unternehmen SpaceX soll laut aktueller Abdeckungskarte erst 2026 offiziell verfügbar sein – obwohl ursprünglich eine frühere Einführung angekündigt worden war.

Starlink funktioniert grundlegend anders als herkömmliche Internetanbieter: Statt auf Kabel und Basisstationen zu setzen, nutzt der Dienst tausende kleine Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn. Nutzer können sich überall dort verbinden, wo freie Sicht zum Himmel besteht – ein entscheidender Vorteil für abgelegene Gebiete.

Besonders attraktiv ist die Technologie für Menschen in kleinen Gemeinden, Wochenendsiedlungen und Regionen ohne ausgebaute Infrastruktur. In Ländern, wo Starlink bereits zugelassen ist, wird der Dienst nicht nur in Privathaushalten genutzt, sondern auch in Schulen, touristischen Einrichtungen und bei Notdiensten – vor allem während Naturkatastrophen erweist sich die unabhängige Verbindung als wertvoll.

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Kreative Umgehungslösungen

Wie man die Technologie trotz fehlender offizieller Zulassung nutzen kann, zeigt das Beispiel von Adi Saric aus der Umgebung von Mostar. In seiner Region ist die Internetversorgung besonders schlecht. Saric beschaffte sein Starlink-Terminal in der Schweiz, wo der Dienst legal erhältlich ist, und meldete es dort an. Für die Nutzung in Bosnien-Herzegowina aktivierte er ein Roaming-Paket für monatlich 40 Schweizer Franken, das die Verbindung außerhalb des Heimatlandes ermöglicht.

Dass dieses Umgehungssystem tatsächlich funktioniert, bestätigte ein Test des Portals euronews.ba Ende vergangenen Jahres. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Das System arbeitete stabil und ohne Unterbrechungen – mit Geschwindigkeiten, die die meisten klassischen Festnetz- und Mobilverbindungen im Land deutlich übertreffen.

Behördliche Entwicklungen

Obwohl Bosnien-Herzegowina noch nicht offiziell von Starlink abgedeckt wird, berichten Nutzer landesweit von Übertragungsraten jenseits der 300 Megabit pro Sekunde, ohne nennenswerte technische Probleme. Die Regulierungsbehörde für Kommunikation (RAK) bestätigte gegenüber Medien erste Gespräche mit Starlink, allerdings wurde bis Ende letzten Jahres kein formeller Antrag auf Lizenzierung gestellt.

Auch staatliche Stellen zeigen Interesse: Laut bosnisch-herzegowinischen Medien hat das Innenministerium der Republika Srpska bereits Starlink-Terminals für operative Zwecke angeschafft. Die Widerstandsfähigkeit gegen Ausfälle lokaler Infrastruktur macht den Dienst zunehmend zu einem strategischen Werkzeug für Krisen- und Notfallsituationen in der gesamten Region.

Für viele Menschen bedeutet Starlink mehr als nur schnelleres Internet – es schafft ein Gefühl der Verbundenheit mit der Welt in Gegenden, wo dies bisher kaum möglich war. Die nun festgelegte Einführungsfrist gibt vielen Grund zum Optimismus, besonders jenen in ländlichen und bergigen Gebieten, wo eine stabile Internetverbindung nach wie vor Luxus ist.

Wenn die Pläne eingehalten werden, könnte 2026 für viele Bürger Bosnien-Herzegowinas eine neue Ära beginnen – mit Internet, das nicht von Kabeln, sondern von Satelliten abhängt.

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KO KOSMO-Redaktion
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