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Konzernumbau

Historischer Deal: OMV vor Mega-Fusion

Historischer Deal: OMV vor Mega-Fusion
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Konzern, vier Kontinente, Milliarden in Bewegung – die OMV steht vor dem größten Einschnitt ihrer Geschichte.

Der größte Umbau in der Geschichte des österreichischen Energiekonzerns OMV steht kurz vor seinem Abschluss. Die Fusion zur Borouge Group International, kurz BGI, soll noch vor Ende März vollzogen werden — mit der Besetzung des neuen Führungsgremiums hat der Prozess nun seine entscheidende Schlussphase erreicht.

Aus dem Zusammenschluss von Borouge, Borealis und Nova Chemicals geht der viertgrößte Polyolefin-Hersteller der Welt hervor, mit einer Nennkapazität von 13,6 Millionen Tonnen verteilt auf Standorte in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika. Weiteren Auftrieb erhält das neue Unternehmen durch den Produktionskomplex Borouge 4 in Abu Dhabi, dessen erste Anlage noch im laufenden Quartal in Betrieb gehen soll. Für die kommenden drei Jahre prognostiziert die BGI einen kumulierten Nettogewinn von rund 400 Millionen US-Dollar — das entspricht einer jährlichen Ergebnissteigerung von etwa zehn Prozent.

Neues Führungsgremium

Den Vorstandsvorsitz der BGI übernimmt Roger Kearns, derzeit noch CEO von NOVA Chemicals und seit mehr als vierzig Jahren in der Chemieindustrie tätig. Zu seinen Vorstandskollegen zählt unter anderem Stefan Doboczky, der frühere Chef des Faserherstellers Lenzing. Das operative Geschäft liegt in den Händen von Hasan Karam, der seinen Sitz in Abu Dhabi hat.

Einen dauerhaften Finanzvorstand wird das Unternehmen voraussichtlich bis Mai 2026 benennen; bis dahin übernimmt Borealis-Finanzchef Daniel Turnheim die Funktion kommissarisch. Die BGI wird ihren rechtlichen Sitz in Wien haben und steht unter gleichberechtigter Kontrolle von OMV und dem Abu Dhabi-Konzern ADNOC. Den Vorsitz im Aufsichtsrat übernimmt ADNOC-Chef Sultan Ahmed Al Jaber; OMV-Konzernchef Alfred Stern sowie Finanzvorstand Reinhard Florey sind ebenfalls in das Kontrollgremium entsandt.

Finanzielle Konsequenzen

Die Transaktion ist nicht ohne finanzielle Konsequenzen. Um die Bilanz der BGI in der Aufbauphase zu festigen, haben OMV und ADNOC vereinbart, die BGI-Dividende für das Jahr 2026 vorübergehend auf die Hälfte des ursprünglich vorgesehenen Betrags zu begrenzen. Für OMV-Aktionäre bedeutet das konkret: Der aus der BGI stammende Dividendenbeitrag sinkt von 500 auf 250 Millionen US-Dollar, was die OMV-Ausschüttung je Aktie um rund 0,60 bis 0,70 Euro verringert.

Dass der Konzern diesen Einschnitt abfedern kann, legen die jüngsten Segmentergebnisse nahe: Während das Energiegeschäft unter dem gesunkenen Ölpreis zu leiden hatte, verbesserte sich das operative Ergebnis der Chemie-Sparte um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro.

Der erste belastbare Zwischenstand folgt am 9. April, wenn OMV sein Trading Update für das erste Quartal veröffentlicht und dabei auch Auskunft über den Vollzug der BGI-Fusion erteilen wird. Die Entscheidung über die Dividende fällt auf der Hauptversammlung am 27. Mai.

Die OMV-Aktie notiert derweil auf einem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 27 Prozent an Wert gewonnen.

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KO KOSMO-Redaktion
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