Start NEWS Chronik Islamischer Friedhof will Wien-Attentäter nicht bei sich begraben
TERROR IN WIEN

Islamischer Friedhof will Wien-Attentäter nicht bei sich begraben

(FOTO: Wikimedia Commons/Peter Gugerell)

Der islamische Friedhof in Wien-Liesing weigert sich das Begräbnis für den Wien-Attentäter durchzuführen. Wo er nun begraben werden soll, ist damit weiter unklar.

Bei dem tragischen Terror-Anschlag in Wien am 2. November riss der Attentäter vier Menschen in den Tot, bevor er von zwei WEGA-Beamten „neutralisiert“ wurde. Nun bleibt jedoch auch weiterhin unklar, wo die Leiche des Terroristen begraben werden soll. Denn der islamische Friedhof in Wien-Liesing verweigert dem Wien-Attentäter das Begräbnis. In der Gemeinde habe es massive Bedenken gegeben, dem Mörder in Liesing seine letzte Ruhestätte zu geben, erklärte der Friedhofsverwalter.

„Allah wird mit ihm abrechnen. Aber auch wir hatten das Gefühl, etwas tun zu müssen“, sagte Friedhofsverwalter Ali Ibrahim zum „Kurier“. Eigentlich hätte hier, in der Großmarkstraße 2a, demnächst der Attentäter von Wien begraben werden sollen. Der Friedhof am Wiener Stadtrand ist seit 2008 der erste islamische Friedhof Österreichs (einen weiteren gibt es noch in Vorarlberg).

Das Foto zeigt die Innenansicht der Aufbahrungshalle des Islamischen Friedhofs in Wien (FOTO: Google Streetview/Tanja Schmidt)

Gläubige „wollen nicht neben Mörder liegen“
Obwohl es für das Begräbnis noch gar kein fixes Datum gab, entschloss sich die Friedhofsverwaltung am Mittwoch dagegen, den Attentäter dort zu begraben: „Er ist ein Mörder, der unschuldige Menschen getötet hat und damit den ganzen Muslimen geschadet hat“, so Ali Ibrahim.

Der Friedhofsverwalter habe seine Entscheidung auch der Gemeinde mitgeteilt, diese würde hinter der Entscheidung stehen. Auch andere Gläubige hätten ihm gegenüber schon massive Bedenken geäußert, da sie „nicht neben einem Mörder liegen wollen“, wie Ali Ibrahim erklärt.

Begräbnisstätte weiter unklar
Wo und wann der Täter nun begraben wird, ist offen. Als Alternative käme der islamische Friedhof in Vorarlberg infrage. Auch ein Begräbnis in Nordmazedonien wäre denkbar, wo der in Mödling aufgewachsene Attentäter zumindest Wurzeln hat. Auf dem Wiener Zentralfriedhof gäbe es ebenfalls einen Bereich für Muslime.

Quellen und Links: