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KARRIERE

Ivan Budim: Zwischen Lehrsaal & Gefechtsübung

Ivan Budim: Zwischen Lehrsaal & Gefechtsübung (FOTO: Marcella Ruiz Cruz)

Ivan Budim ist seit November 2019 beim Österreichischen Bundesheer. KOSMO begleitet ihn während seiner 18-monatigen Unteroffiziersausbildung auf Schritt und Tritt.

Nachdem Budim Anfang 2021 den ersten Teil der Unteroffiziersausbildung, die Kaderanwärterausbildung 1 (KAAusb1), erfolgreich abgeschlossen hat, wurde er zum Korporal befördert. Nun befindet sich der Wiener mit bosnisch-kroatischen Wurzeln mitten in der Kaderanwärterausbildung 2 in der Waffengattung Jäger. Der ehemalige Personalverrechner ist derzeit in einer der modernsten Kasernen Europas, der Montecuccoli-Kaserne im burgenländischen Güssing, stationiert, wo er auch auf seine zahlreichen Prüfungen vorbereitet wird.

Waffenkunde
Genau bei solch einer Wissensüberprüfung besuchten wir Ivan. Dieses Mal ging es um das Thema Waffen: „Je nachdem, welche Aufgabenstellung man bekommen hat, musste man die Waffe laden, entladen oder halbladen. Ebenso mussten wir die Waffen auseinandernehmen und auf ihre Sicherheit bzw. Funktionstüchtigkeit prüfen. In der Militärsprache heißt das Funktionsprobe“, erklärte uns Budim.

Geprüft wurde das Wissen über das Sturmgewehr 77, das Maschinengewehr 74, die Glock-Pistole P80 und Signalknallkörper. „Ich wurde zur Leuchtpistole befragt. Hier gibt es ganz besondere Sicherheitsbestimmungen, die man beachten muss. So darf zum Beispiel in einem gewissen Umkreis rund um einen Flughafen keine Leuchtpistole mit bestimmten Farben verwendet werden, da dies in der Fliegersprache zu falschen Signalen führen kann“, so der 26-Jährige weiter.

In der Rolle eines Gruppenkommandanten
Am nächsten Tag ging es für die Soldaten auf die Kampfbahn, wo sie diverse Aufgaben zu erfüllen hatten. Auch das plötzliche Auftauchen eines Feindes wurde simuliert. Hier wurde das Führen einer Jägergruppe im Gefecht trainiert. Im Rahmen dieser komplexen Aufgabenstellung wurde auch der Feuerkampf, das richtige Verhalten im Trupp-Rahmen, der Stellungsbezug und diverse Gefechtsformen der Gruppe trainiert. „Wenn man sich hintereinander in einer Linie bewegt, so nennt man das Schützenreihe. Bei der Schützenkette bewegt man sich nebeneinander. Dann gibt es noch den Schützenigel. In diesem Fall befindet man sich in einem Kreis um den Kommandanten herum. Diese Formation wird meistens verwendet, wenn Befehle oder Änderungen durchgeben werden. Für jede Gefechtsform gibt es ein ganz bestimmtes Handzeichen, welches ein bestimmtes Verhalten fordert“, erklärte uns Ivan die verschiedenen Funktionen der Gefechtsformen.

Das Herausforderndste beim Gefechtsdienst ist für ihn die erfolgreiche Ausführung des Befehls. „Es bleibt uns meist selbst überlassen, wie man einen Auftrag umsetzt. Wichtig dabei ist das richtige Umsetzen des Erlernten und die korrekte militärische Ausdrucksweise. Wenn man vom Zugskommandanten einen Auftrag via Funk erhält, dann sind das immer sehr viele Informationen, die es dann auch richtig weiterzugeben gilt“, so Budim.

In den nächsten Wochen erwarten die Kursteilnehmer in der Kaderanwärterausbildung 2 viele neue Ausbildungsinhalte und Zwischenprüfungen. Unter anderem lernen sie neue Waffen wie z. B. das Panzerabwehrrohr und das überschwere Maschinengewehr kennen und nützen. „In den nächsten Monaten werden wir in andere Kasernen verlegt. Eine Verlegung wir zum Truppenübungsplatz nach Allentsteig/NÖ gehen. Der Übungsplatz wird jährlich von ca. 30.000 Soldaten genutzt. Dort werden wir auch mit scharfer Munition schießen“, freut sich Ivan auf die kommenden Aufgaben.

Die Kaderanwärterausbildung 2 dauert insgesamt sieben Monate und schließt mit dem Dienstgrad Zugsführer ab. Der dritte und letzte Part dauert ein halbes Jahr. Nach erfolgreichem Abschluss der Unteroffiziersausbildung wird man zum Wachtmeister befördert.

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Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.