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Hautschutz

Juckreiz und Papeln: Diese Pflanzenextrakte können bei Sonnenallergie helfen

Juckreiz und Papeln: Diese Pflanzenextrakte können bei Sonnenallergie helfen
Symbolfoto. FOTO: iStock/Ivan-balvan
4 Min. Lesezeit |

Wenn die Haut rebelliert: Rötungen, Juckreiz und Papeln nach Sonnenbädern sind keine echte Allergie, sondern eine Überempfindlichkeit gegen UVA-Strahlen.

Die sogenannte Sonnenallergie stellt entgegen ihres Namens keine echte allergische Reaktion dar. „Wobei die Sonnenallergie in Wahrheit keine echte Allergie ist“, erklärt Tamara Kopp, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie (Lehre von sexuell übertragbaren Erkrankungen). Vielmehr handelt es sich um eine Überempfindlichkeit der Haut gegenüber den „UVA-Strahlen, die die Sonne aussendet“.

Die polymorphe Lichtdermatose (lichtbedingte Hauterkrankung mit verschiedenen Erscheinungsformen) zählt zu den häufigsten sonnenbedingten Hautreaktionen. Etwa zehn bis 20 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung entwickeln diese Form der Überempfindlichkeit bei übermäßiger Sonnenexposition. Besonders jüngere Menschen sind davon betroffen.

Typische Anzeichen umfassen gerötete Hautstellen und kleine, erhabene rote Papeln (Hautknötchen), die vorwiegend an sonnenexponierten Körperpartien wie Dekolleté, Armen, Handrücken und Unterarmen auftreten. „Die Haut kann an den betroffenen Stellen auch blasig sein – jedenfalls verspüren Betroffene starken Juckreiz.“ Bei der Variante Mallorca-Akne bilden sich hauptsächlich Pickel, die auch im Gesichtsbereich erscheinen können.

Die Intensität der Symptome variiert individuell stark, wie Kopp betont: „Manche reagieren schon bei recht wenig UVA-Belastung, andere haben zu Hause in Österreich gar nicht mit Beschwerden zu kämpfen, reagieren aber stark, wenn sie in südliche Urlaubsländer reisen, weil dort die Strahlung stärker ist.“ Häufig manifestieren sich die Hautbeschwerden innerhalb der ersten beiden Tage nach Ankunft am Urlaubsort.

⇢ Medikamente und Sonnencreme: Vorsicht bei der Anwendung

Wirksamer Sonnenschutz

Zur Vermeidung oder Minderung der Beschwerden ist konsequenter Sonnenschutz unerlässlich. „Mit hohem Lichtschutzfaktor und ausgewiesenem, gutem UVA-Schutz.“ Bei Mallorca-Akne empfiehlt sich die Verwendung von wasserbasierter statt fettbasierter Sonnenschutzmittel. „Auch Emulgatoren und Duftstoffe können die Haut zusätzlich reizen.“

Die Dermatologin rät zudem, die Mittagssonne zu meiden und auf spezielle UV-Schutzkleidung sowie Sonnenhüte zu setzen. Als vorbeugende Maßnahme haben sich Präparate mit Farnextrakt bewährt. „Das sind Kapseln zur oralen Einnahme mit dem Wirkstoff Polypodium Leucotomos, der die Haut von innen vor den schädlichen Einflüssen der Sonneneinstrahlung schützen soll. Nimmt man das Mittel ein paar Tage vor und während des Sommerurlaubs ein, bricht die Sonnenallergie nicht so stark aus.“ Kopp betont jedoch: Diese Präparate ersetzen keinesfalls den Einsatz von Sonnencreme.

Die Wirksamkeit der Farnextrakt-Präparate ist inzwischen durch zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigt. Sie sollten idealerweise einige Tage vor der intensiven Sonnenexposition eingenommen werden und die Einnahme während des gesamten Zeitraums mit erhöhter UV-Belastung fortgeführt werden. Zu beachten ist, dass diese Präparate als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel zugelassen sind, was die weniger umfangreiche Studienlage im Vergleich zu Medikamenten erklärt. Dennoch gelten sie als gut verträglich und können besonders für Menschen mit Neigung zu Sonnenallergien eine sinnvolle Ergänzung zum äußeren Sonnenschutz darstellen.

Behandlungsmöglichkeiten

Für besonders empfindliche Personen kommt eine Gewöhnungstherapie in Betracht. „Beim sogenannten Light-Hardening wird die Haut durch eine gezielte, allmählich steigende UV-Bestrahlung unempfindlicher gemacht“, erläutert Kopp. Ähnliche, wenn auch nicht ganz so verlässliche Effekte lassen sich erzielen, „wenn man die Haut ab dem Frühling langsam an die Sonne gewöhnt“.

Bei akuten Beschwerden bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an. „Ganz gut helfen kühle, feuchte Umschläge, und natürlich sollte man raus aus der Sonne und die Haut abdecken“, rät Kopp. After-Sun-Produkte können Juckreiz und Rötungen lindern, „noch wirksamer sind aber entzündungshemmende Salben mit Cortison aus der Apotheke“.

In schweren Fällen kann auch oral eingenommenes Cortison zum Einsatz kommen. Als zusätzliche Option zur Linderung des Juckreizes können Antihistaminika in Tablettenform eingenommen werden. Diese wirken zwar nicht direkt gegen die Ursache der Sonnenallergie, können aber die unangenehmen Begleitsymptome deutlich abschwächen und sollten besonders bei stärkeren Beschwerden unterstützend eingesetzt werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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