Ein Justizwache-Beamter muss sich Ende September vor dem Landesgericht Steyr wegen schwerwiegender Anschuldigungen verantworten. Der 39-Jährige, der aus dem Westen nach Asten versetzt worden war, soll während seines Dienstes beim Geschlechtsverkehr mit einer Insassin überrascht worden sein. Der Vorfall ereignete sich im Schweinestall eines Bauernhofs, auf dem Gefängnisinsassen zur Arbeit eingesetzt werden.
📍 Ort des Geschehens
Die betroffene Frau befindet sich nach dem Unterbringungsgesetz in der forensisch-therapeutischen Einrichtung in Asten, die auf die Unterbringung und Behandlung psychisch kranker Straftäter spezialisiert ist und als eine der zentralen Einrichtungen dieser Art in Oberösterreich gilt. Der Beamte wurde von Kollegen während eines Kontrollgangs auf frischer Tat ertappt. Die Anstaltsleitung reagierte umgehend mit einer Suspendierung. Nach Abschluss der Ermittlungen erfolgte die Anklageerhebung wegen Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses sowie Nötigung.
Weitere Vorwürfe
Die Vorwürfe gegen den Justizwachebeamten gehen über den Vorfall im Schweinestall hinaus. Eine weitere Gefangene soll in der Justizanstalt, in der auch die als „Eislady“ bekannte Esti C. inhaftiert ist, Opfer geworden sein. Der Beamte soll diese Insassin zunächst aus ihrer Zelle in den Duschbereich gelockt und dort belästigt haben.
Das Landesgericht Steyr hat die Anklage gegen den Justizwachebeamten offiziell zugelassen. Auf Anfrage der Zeitung „Heute“ verwies die Anstaltsleitung an das zuständige Ministerium, welches bestätigte, dass parallel zum Strafverfahren auch eine disziplinarrechtliche Untersuchung im Gange ist.
Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.