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Technologiewarnung

KI-Gigant bricht Schweigen: “Menschen werden überflüssig

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Foto: iStock

Nach monatelangem Schweigen meldet sich der KI-Gigant DeepSeek zurück – mit einer überraschend düsteren Zukunftsprognose für die Menschheit.

Fast ein Jahr nach seinem weltweiten Durchbruch ist der chinesische KI-Entwickler DeepSeek wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Auf einer von der Regierung organisierten Internetkonferenz äußerte sich Victor Chen, ein leitender Forscher des Unternehmens, erstmals zu den Möglichkeiten und Risiken künstlicher Intelligenz. Dabei zeigte sich der DeepSeek Senior Researcher ausgesprochen skeptisch hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen dieser Technologie auf die Menschheit.

Bei der Welt-Internetkonferenz in Wuzhen (Provinz Zhejiang) trat Victor Chen gemeinsam mit den CEOs von fünf weiteren Unternehmen auf – darunter Unitree und BrainCo. In China werden diese sechs Firmen als die „sechs kleinen Drachen“ der Künstlichen Intelligenz bezeichnet.

Auf die Frage nach dem internationalen Erfolg von DeepSeek und dem Einfluss seines Open-Source-Ansatzes erklärte Chen, dass KI den Menschen in naher Zukunft enorme Unterstützung bieten werde. Gleichzeitig warnte er jedoch vor den gesellschaftlichen Folgen: In fünf bis zehn Jahren könnten viele Arbeitsplätze wegfallen, sobald KI in der Lage sei, menschliche Tätigkeiten zu übernehmen.
„In den kommenden 10 bis 20 Jahren könnte KI den Großteil der menschlichen Arbeit ersetzen – dann steht die Gesellschaft vor einer gewaltigen Herausforderung. Technologieunternehmen müssen in dieser Phase die Rolle der Verteidiger einnehmen“, sagte Chen.

Er betonte, er sei grundsätzlich „sehr optimistisch gegenüber der Technologie“, sehe aber die möglichen gesellschaftlichen Auswirkungen „eher negativ“.

Symbol des Widerstands gegen US-Sanktionen

Seit DeepSeek im Januar mit einem kostengünstigen KI-Modell, das führende US-Systeme übertraf, weltweit für Aufsehen sorgte, gab es nur einen einzigen öffentlichen Auftritt des Unternehmens. Im Februar traf Gründer und CEO Liang Wenfeng den chinesischen Präsidenten Xi Jinping bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Unternehmern.

Weder Liang noch DeepSeek äußerten sich seither öffentlich zu ihrem Erfolg, und auch bei den großen chinesischen Technologiekonferenzen war das Unternehmen abwesend.

Nach dem spektakulären Durchbruch wurde DeepSeek von der chinesischen Regierung als Symbol für die technologische Stärke des Landes und dessen Widerstandskraft gegenüber den US-Sanktionen präsentiert – vor dem Hintergrund der zunehmenden Rivalität zwischen Washington und Peking.

„Experimentelle“ Weiterentwicklungen

Zwar hat DeepSeek seit Januar kein komplett neues Modell veröffentlicht, doch bleiben seine Ankündigungen branchenweit beachtet. Im September präsentierte das Unternehmen ein Update seines V3-Modells – bezeichnet als „experimentelle Version“. Diese sei effizienter im Training und leistungsfähiger bei der Verarbeitung langer Textpassagen als ihre Vorgänger.

Darüber hinaus spielt DeepSeek eine zentrale Rolle in Chinas Bestrebungen, ein eigenständiges KI-Ökosystem aufzubauen und den heimischen Chipsektor zu stärken. So haben Hersteller wie Cambricon und Huawei Hardware entwickelt, die mit DeepSeeks Modellen kompatibel ist.

Als das Unternehmen im August eine auf chinesische Chips optimierte Modellversion vorstellte, stiegen die Aktienkurse inländischer Halbleiterhersteller deutlich an.