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Kriegstaktik

Kriegstaktik aus längst vergangener Zeit? – Warum Putin jetzt auf Pferde setzt

Kriegstaktik aus längst vergangener Zeit? – Warum Putin jetzt auf Pferde setzt
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2 Min. Lesezeit |

Russische Truppen setzen auf vierbeinige Verstärkung an der ukrainischen Front. Was manche als verzweifelten Anachronismus belächeln, verteidigen andere als durchdachte Kriegstaktik.

Der Einsatz von Pferden durch russische Truppen an der ukrainischen Front sorgt für Verwunderung in militärischen Kreisen. Diese auf den ersten Blick anachronistische Taktik wird von russischen Propagandisten überraschenderweise als strategischer Vorteil dargestellt – Pferde würden aufgrund ihrer natürlichen Instinkte angeblich Minenfelder erkennen und meiden können. Ein ukrainischer Offizier kommentiert die Situation hingegen mit beißender Ironie gegenüber dem TV-Sender „24 Kanal“: „Vermutlich sind den Russen schlicht die Motorräder ausgegangen. Denn welchen anderen Grund gäbe es, auf Pferde zurückzugreifen, wenn moderne Transportmittel verfügbar wären? Das Ganze wirkt wie ein Meme. Immerhin setzen sie noch keine Elefanten für Angriffe auf unsere Stellungen ein.“

Historische Vorbilder

Experten des Telegram-Kanals „Politika strany“ interpretieren den Einsatz von Pferden dagegen als bewussten Rückgriff auf historische Militärerfahrungen. Sie verweisen auf die Rote Armee, die sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg Pferde erfolgreich für Lastentransporte und Operationen hinter feindlichen Linien einsetzte. Auch während des Afghanistankrieges bewährten sich Pferde in unwegsamen Gebieten.

In der aktuellen Kriegssituation könnten Pferde tatsächlich taktische Vorteile bieten – sie operieren deutlich leiser als Motorräder und ermöglichen es Einheiten, unbemerkt an feindliche Stellungen heranzukommen, besonders bei Nachtoperationen.

Vor- und Nachteile

Der russische Kriegsberichterstatter Semjon Pegow, in Militärkreisen als „War Gonzo“ bekannt, hebt die praktischen Aspekte des Pferdeeinsatzes hervor. Die Tiere seien nicht nur schnell und leise, sondern eigneten sich ideal für Sturmangriffe und Munitionstransporte in schwierigem Terrain. Besonders in den Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten, wenn der Boden aufgeweicht ist, könnten Pferde einen entscheidenden Mobilitätsvorteil bieten.

Pegow räumt jedoch ein, dass diese Taktik auch erhebliche Nachteile mit sich bringt: Die Soldaten benötigen spezielle Reitausbildung, und die Tiere reagieren empfindlich auf Explosionen und Kampflärm.

Anders als historische Kriegspferde, die speziell für den Einsatz unter Gefechtsbedingungen trainiert wurden, fehlt den heutigen Militärpferden diese intensive Konditionierung.

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KO KOSMO-Redaktion
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