Kroate gewinnt Verfahren gegen Kirche und lässt Glocken verstummen

KARLOVAC

Kroate gewinnt Verfahren gegen Kirche und lässt Glocken verstummen

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(FOTO: Google Maps-Screenshot)

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Kürzlich wurde ein Urteil durch das Gemeindegericht in Karlovac (Kroatien) gefällt, welches besagt, dass die Kirche im Ort Lasinja nicht alle 15 Minuten läuten darf.

Anto Šitum, der unweit des Gotteshauses wohnt, fühlte sich bereits seit längerer Zeit durch die Kirchenglocken in seiner Ruhe gestört. Aus diesem Grund entschloss er sich dazu, gemeinsam mit seinem Sohn Anzeige gegen die Kirche zu erstatten. Das Problem: die Glocken läuteten im 15-Minuten-Takt und das rund um die Uhr.

Der Kroate und sein Sohn aus dem Haus gegenüber der Kirche haben vor Gericht gewonnen und damit erreicht, dass die Glocken des Gotteshauses von 22 bis 6 Uhr morgens nicht mehr läuten dürfen. Dies berichtet das kroatische Medium „Index.hr“.

Einspruch angekündigt
Der Anwalt der Pfarre des Hl. Antonius von Padua und Heilige Jungfrau Maria äußerte Zweifel, dass das Urteil nicht im Sinne der Gesetze der Republik Kroatien ist.

„Das Gesetz für Lärmschutz wird nicht bei Gotteshäusern angewandt, welches die katholische Kirche de facto ist. Das Gericht aus erster Instanz berief sich auf Entscheidungen des Europäischen Gerichts für Menschenrechte. Allerdings wurde bei der Urteilsverkündung betont, dass sich die vorhergehenden Urteile nicht auf Fälle wie diesen beziehen, die Praxis des Europäischen Gerichts sei nichtsdestotrotz anzuwenden“, so der Rechtsberater weiter.

Ebenso meint der Anwalt, dass der Lärm im Haus des Klägers nicht zu hören wäre. Es wäre lediglich der Lärmpegel außerhalb des Gebäudes gemessen worden: „Der Unterschied zwischen drinnen und draußen ist mehr als nur signifikant. Es stimmt, dass die Kirche alle 15 Minuten läutet, allerdings wird dies bereits seit Jahrhunderten so praktiziert.“

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