Österreich gibt Abfangjäger aus Jugoslawien-Krieg nach 30 Jahren zurück (FOTO & VIDEO)

MiG 21

Österreich gibt Abfangjäger aus Jugoslawien-Krieg nach 30 Jahren zurück (FOTO & VIDEO)

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Rudolf-Peresin-MiG21
(FOTO: Austrianwings/Georg Mader)

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Im Jahr 1991 flüchtete der kroatische Pilot Rudolf Perešin mit einer MiG 21 nach Österreich. Nun wurde das Flugzeug an Kroatien übergeben.

Es war der 25. Oktober 1991 als der kroatische Soldat der Jugoslawischen Volksarmee (Jugoslovenska narodna armija – JNA) während eines Aufklärungsfluges mitsamt des Abfangjägers MiG 21 nach Kärnten flüchtete und in Klagenfurt landete. Noch zuvor brachte Perešin seine Familie aus Bihać nach Kroatien in Sicherheit.

Gefahr durch Radar und Luftabwehr
Da keiner der Flugplätze in Kroatien für eine Landung geeignet war, entschied er sich seine Maschine in Österreich zu Boden zu bringen. Auf seiner Flucht konnte er sich den Radaranlagen und der Luftabwehr der Jugoslawischen Volksarmee erfolgreich entziehen.

In Klagenfurt gelandet gab Perešin seine Bewaffnung ab und erklärte gegenüber dem Heeresnachrichtendienst, dass der als JNA-Soldat nicht mehr gegen seine kroatischen Landsleute kämpfen möchte. Ebenso wolle er nicht in die besetzten Teile Kroatiens zurückkehren. Vier Tage nach seiner Landung in Klagenfurt kehrte Perešin nach Kroatien zurück, während sein Flugzeug in Österreich verblieb.

Rudolf-Peresin
Rudolf Peresin (links) vor seiner MiG-21 (FOTO: Zrakoplovno-tehnička škola „Rudolf Perešin“)

Im Krieg gefallen
Rudolf Perešin schloss sich daraufhin der kroatischen Armee an und kämpfte im Kroatienkrieg. Während der Militäroperation Bljesak wurde seine Maschine von der serbischen Flugabwehr getroffen. Er konnte sich mit dem Schleudersitz retten, kam jedoch in der Nähe von Bosanska Gradiška zu Boden, dass sich damals unter der Kontrolle der Armee der Republika Srpska befand.

Bei einer Übergabe von kroatischen Gefangenen und Gefallenen wurde festgestellt, dass es sich bei einem der Toten um Perešin handelt. Dies wurde später auch von der Zagreber Gerichtsmedizin bestätigt. Die Todesursache wurde jedoch nicht bekanntgeben.

Es wird vermutet, dass Perešin am 2. Mai 1995 fiel. Er wurde am 15. September auf dem Zagreber Mirogoj-Friedhof unter Staatsehren beigesetzt. Seinen Grabstein ziert ein Modell einer MiG. Rudolf Perešin gilt heute als Held des Jugoslawien-Krieges und sogar eine Luftwaffenakademie trägt seinen Namen.

Rudolf-Peresin-Grab
Grab von Rudol Perešin in Zagreb. (FOTO: Wikimedia Commons/SpeedyGonsales)

MiG an Kroatien übergeben
Seit Perešins Landung in Klagenfurt befand sich die MiG 21 im Luftwaffenmuseum Zeltweg, da man lange Zeit nicht wusste, an welchen Nachfolgestaatkroatiens man das Flugzeug zurückgeben soll. Nun wurde die Maschine zerlegt und in die Luftwaffenbasis Pleso nach Zagreb transportiert.

„Wir sind alle stolz, dass dieses Flugzeug, ein Symbol des Heldentums im Heimatkrieg, nach Kroatien zurückgekehrt ist“, so der stellvertretende Generalstabschef der kroatischen Streitkräfte, Generaloberst Drago Matanović, der die „außenordentliche Zusammenarbeit“ mit Österreich lobte.

Das Flugzeug von Rudolf Perešin soll vor dem Verteidigungsministerium Kroatiens aufgestellt und dort bis Ende Mai zugänglich sein. Später soll die MiG 21in einem Militärmuseum unterkommen.

Videos von der Rückgabe und TV-Beitrage über Perešin findet ihr auf der zweiten Seite!

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