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SCHMERZ LASS NACH

Kroatische Politikerin testet an Männern Periodenschmerzen

MENSTRUATION_SIMULIERUNG
(FOTO: TikTok/@ninaskocak)

In Kroatien sorgt eine junge Journalistin und Politikologin, Nina Skocak, für Aufsehen mit einem sozialen Experiment, das die Aufmerksamkeit auf die Belastung von Frauen durch starke Menstruationsschmerzen lenkt. Ihren Ruf als eine der bekanntesten kroatischen TikTok-Persönlichkeiten nutzend, fordert sie die Regierung auf, dem Beispiel Spaniens zu folgen und bezahlten Menstruationsurlaub einzuführen.

Skocaks Ansatz war unkonventionell: Sie rüstete sich mit einem Menstruationsschmerz-Simulator aus und bot männlichen Passanten auf der Straße an, die körperlichen Beschwerden, die viele Frauen regelmäßig ertragen müssen, am eigenen Leib zu erfahren. Die Bandbreite der Reaktionen reichte von überraschender Gelassenheit bis hin zu offensichtlichem Unbehagen und Schmerz. Einige Teilnehmer gestanden ein, dass sie sich mit dieser Art von Schmerz nicht in der Lage sehen würden, alltäglichen Verpflichtungen nachzugehen – eine Erkenntnis, die zu mehr Empathie für Frauen führen könnte.

Öffnung neuer Perspektiven

Das Experiment verlieh den Teilnehmern eine neue Sichtweise und führte vor Augen, dass die Belastung durch Menstruationsschmerzen nicht zu unterschätzen ist. Männer, die zuvor nie in dieser Form körperliche Beschwerden erlebt hatten, zeigten sich beeindruckt von der Intensität des Schmerzes. Einige äußerten, dass sie sich vorstellen könnten, wie schwierig es sein muss, mit solchen Schmerzen den Arbeitsalltag zu bewältigen.

@ninaskocak Ovu nedjelju zaokruži 21 jer nam je ova tema važna 🌺 🇪🇺 @3SOMA hvala na hrabrosti 😁 #CapCut #menstrualpain #experiment #ninaskocak #feminism #periodcramp #žene #balkantiktok #longervideos ♬ original sound – ninaskocak

Das von Nina Skocak geteilte Video erreichte rasch eine große Zuschauerschaft und wurde von über 600.000 Menschen angesehen. Es illustriert eindrucksvoll, wie verbreitet das Unverständnis für Menstruationsschmerzen in der Gesellschaft ist, und wie wichtig Aufklärung und Bewusstsein in diesem Bereich sind. Skocak nutzt ihre Bekanntheit, um auf die Notwendigkeit gesetzlicher Änderungen aufmerksam zu machen und hofft, dass Kroatien Spaniens Beispiel folgen wird, wo bereits ein Gesetz für bezahlten Menstruationsurlaub bei starken Schmerzen existiert.

Stimme für Veränderung

Nina Skocak, die auch die jüngste Liste Kroatiens für das Europäische Parlament anführt, sieht in ihrer wachsenden Popularität eine Chance, auf europäischer Ebene Veränderungen anzustoßen. Mit den bevorstehenden Wahlen hofft sie, ihre Plattform nutzen zu können, um auf Themen aufmerksam zu machen, die Frauen direkt betreffen, und um eine breitere gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung für Frauen mit Menstruationsschmerzen zu erreichen.