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Rimac-Kooperation

Kroatisches Unternehmen liefert Batteriesystem für neuen BMW i7

Kroatisches Unternehmen liefert Batteriesystem für neuen BMW i7
FOTO: iStock/Victor Golmer
3 Min. Lesezeit |

Ein kroatisches Tech-Unternehmen liefert das Herzstück für eine deutsche Luxuslimousine – und schreibt damit Industriegeschichte.

Rimac Technology und die BMW Group haben am Dienstag gemeinsam das erste Serienfahrzeug aus ihrer seit 2023 laufenden Kooperation vorgestellt: der neue BMW i7 wird mit einem Hochvolt-Batteriesystem ausgestattet, das am Rimac Campus nahe Zagreb produziert werden soll. Damit wird der i7 zum ersten Modell der BMW Group, das auf dem gemeinsam entwickelten Batteriesystem basiert – einer Kombination aus BMW-Gen6-4695-Lithium-Ionen-Rundzellen und Gen5-Modultechnologie, eingebettet in eine skalierbare Architektur aus dem Hause Rimac Technology.

Die Weltpremiere des vollelektrischen Modells ist für den 22. April 2026 auf der Auto China in Peking geplant. Rimac Technology hat in vergleichsweise kurzer Zeit ein vollständig neues Batteriesystem entwickelt, eine eigene Produktionsanlage errichtet, zwei Fertigungslinien in Betrieb genommen und eine Lieferkette aufgebaut, die den hohen Anforderungen globaler Premium-Automobilhersteller standhält. Im Werk in Jankomir arbeiten bereits seit drei Jahren rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – überwiegend Ingenieure – an der Batterieentwicklung. Für den Hochlauf der Serienproduktion sind mehr als 100 zusätzliche Stellen vorgesehen.

Produktion in Zagreb

Das Batteriesystem entsteht am Rimac Campus, einem der größten Industrieprojekte seiner Art in Europa. Die für dieses Programm genutzte Produktionsfläche umfasst 15.000 Quadratmeter innerhalb einer Gesamtanlage von 90.000 Quadratmetern, wobei rund 70 Prozent der Kapazität für die Herstellung von Batteriesystemen für mehrere internationale Hersteller reserviert sind. Nach Angaben von Index Auto verfügen die beiden Fertigungslinien über eine jährliche Kapazität von 300.000 Batteriemodulen und 48.000 vollständigen Batteriesystemen.

Rimac betont, dass der Campus von Beginn an auf komplexe und großserielle Batterieproduktion ausgelegt worden sei – eine Infrastruktur, die dem Unternehmen die nötige Flexibilität verschaffe, um als Tier-1-Partner auf dem höchsten Niveau der Automobilindustrie zu agieren. Rimac-Group-Gründer Mate Rimac bezeichnete die Zusammenarbeit mit BMW als bedeutenden technologischen Meilenstein. Das gemeinsam entwickelte Batteriesystem habe in Rekordzeit erhebliche Fortschritte bei Energiedichte, Reichweite und Ladeleistung ermöglicht.

Gleichberechtigte Partner

Rimac-Technology-Geschäftsführer Nurdin Pitarevic sieht in der Partnerschaft ein Modell für die künftige Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern und Technologieunternehmen. BMW behandle Rimac nicht als bloßen Zulieferer, sondern als gleichberechtigten Technologiepartner – ein Ansatz, der aus seiner Sicht wegweisend für die Branche sei.

Thomas Engelhardt von der BMW Group erklärte seinerseits, das Unternehmen führe Technologien der Neue-Klasse-Plattform beschleunigt in sein Portfolio ein – darunter die neue elektrische Luxuslimousine. Die Kooperation mit Rimac sei dabei ein konkretes Beispiel für europäische Innovationsstärke.