Start Politik Mazedonien: Kriegsähnliche Zustände bei Sturm auf Parlament (VIDEO)
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Mazedonien: Kriegsähnliche Zustände bei Sturm auf Parlament (VIDEO)

Sturm auf mazedonisches Parlament
(FOTO: zVg.)

Maskierte Anhänger des mazedonischen Regierungschefs Nikola Gruevski drangen in das Parlament in Skopje ein und sorgten für Chaos und Verletzte.

In den vergangenen Stunden tauchten zahlreiche Videos auf den sozialen Netzwerken auf, welche das Ausmaß des Vandalismus dokumentieren. Laut offizieller Angabe der mazedonischen Polizei sollen bei dem Sturm auf das Parlament 102 Personen verletzt worden sein. Unter ihnen befinden sich auch acht Abgeordnete und 22 Polizisten.

Videos und Fotos zeigen den Oppositionsführer Zoran Zaev mit blutverschmiertem Gesicht in mitten einer tobenden Menschenmenge. Zu den Opfern zählen auch Zaevs Stellvertreterin Radmila Sekerinska, der neue Parlamentspräsident Talat Xhaferi und Zijadin Sela, Chef der Allianz für die Albaner, welcher besonders schwere Verletzungen davon getragen haben soll.

Als die nationalistischen Demonstranten in das Regierungsgebäude eindrangen, waren nur wenige Polizeibeamte vor Ort, weshalb der Ansturm nicht verhindert werden konnte. Erst als die Sonderpolizei einrückte und Blendbomben warf, gelang es Stunden später das Parlament zu räumen.

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Der Staat Mazedonien ist derzeit ohne Regierung, Parlament und Bürgermeister. Aber vor allem ohne Ausweg und Plan, wie es mit dem Balkan-Land weitergehen soll.

 

 

Das Innere des Parlaments wurde während des Chaos komplett demoliert und medizinischen Einsatzkräften wurde das Betreten erst nach dem Polizeieinsatz erlaubt.

Andauernde Demonstrationen
Nachdem die Polizei die Kontrolle über das Parlament wiedererlangte, versammelten sich zwischen 2.000 und 3.000 Demonstranten vor dem Gebäude.

Der Präsident des Landes, Gjorgje Ivanov, wandte sich in einer TV-Ansprache an sein Volk: „Ich rufe dazu auf, dass die Spannungen sich beruhigen. Niemand aus dem Ausland kann unsere Probleme lösen.“ Für heute lud er alle Parteichefs zu einer Beratung über die Lage in sein Büro.

Krise seit Dezember
Seit den vergangenen Wahlen am 11. Dezember hat das Lager des Nationalisten und Populisten Gruevski die Regierungsbildung verhindert. In den letzten Wochen boykottierten die Abgeordneten seiner Partei, VMRO, auch die Wahl eines Parlamentspräsidenten und einer neuen Regierung.

Der Ansturm der Anhänger Gruevskis gestern war eine Reaktion auf die Wahl eines Volksvertretungspräsidenten durch die neue Regierungsmehrheit. Die Sozialdemokraten, welcher sich bisher in Opposition befanden, sowie die Abgeordneten der albanischen Minderheit wählten den Albaner Xhaferi zum neuen Parlamentspräsidenten.

Gruevskis Partei, über viele Jahre Regierungspartei, bezeichnete dies als „Putsch“.

Die Videos findet ihr auf der zweiten Seite!