Ein indischer Konzern schreibt kroatische Eisenbahngeschichte – und betritt damit gleichzeitig den europäischen Markt.
Den Zuschlag für das größte Eisenbahninfrastrukturprojekt in der Geschichte Kroatiens hat ein indisches Unternehmen erhalten: Die Afcons Infrastructure Ltd wurde von HZ Infrastruktura als Auftragnehmer für den Umbau der bestehenden sowie den Bau eines zweiten Gleises auf der Strecke Dugo Selo–Novska ausgewählt. Das Angebot des Unternehmens in Höhe von 677,07 Millionen Euro netto wurde als wirtschaftlich vorteilhaftestes bewertet. Nach Rechtskraft der Entscheidung soll der Vertrag unterzeichnet werden.
Mammutprojekt Kroatien
Das Vorhaben ist in seiner Dimension beträchtlich: Auf einem 83 Kilometer langen Streckenabschnitt soll die bestehende Trasse vollständig erneuert und ein zweites Gleis errichtet werden. Darüber hinaus sind die Modernisierung von Bahnhöfen und Haltestellen, die Beseitigung oder niveaufreie Umgestaltung der meisten Eisenbahn-Straßen-Kreuzungen sowie der Bau von Lärmschutzwänden vorgesehen. Auch Signal-, Sicherheits-, Telekommunikations- und Stromversorgungsanlagen werden auf den neuesten Stand gebracht.
Die Bauzeit ist mit fünf Jahren und zehn Monaten veranschlagt, die Finanzierung erfolgt teilweise über Mittel der Europäischen Union. Mit Abschluss der Arbeiten sollen auf dem Abschnitt Dugo Selo–Novska Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde möglich sein.
Europas Einstieg
Für Afcons Infrastructure, ein Tochterunternehmen der Shapoorji Pallonji Group mit mehr als sechzigjähriger Erfahrung im Infrastrukturbereich, markiert dieser Auftrag einen Wendepunkt: Es ist der bislang größte internationale Vertrag des Unternehmens und zugleich der offizielle Einstieg in den europäischen Markt.
Unternehmenschef Krishnamurthy Subramanian bezeichnete das Projekt als wegweisend für die globale Expansion des Konzerns. Es belege, so Subramanian, dass Afcons in der Lage sei, anspruchsvolle Großprojekte auf internationalem Parkett erfolgreich umzusetzen.