Wien-Ottakring bekommt ein neues Herzstück: Die Klinik Ottakring wird bis 2040 grundlegend verwandelt – mit mehr Grün als je zuvor.
Der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) plant eine grundlegende Neugestaltung der Klinik Ottakring, die bis zum Jahr 2040 abgeschlossen sein soll. Das historische Pavillonspital wird dabei zu einer modernen Zentralklinik umgebaut. Ein besonderes Augenmerk gilt der nachhaltigen Neugestaltung der Außenbereiche, mit der die ARGE LBRB – ein Zusammenschluss aus Lindle+Bukor und Rajek Barosch Landschaftsarchitektur – betraut wurde.
Das Großprojekt hat eine Dimension von rund 68.900 Quadratmetern Nutzfläche und wird mit Gesamtkosten von rund 1,4 Milliarden Euro veranschlagt. Der Entwurf ging aus einem europaweiten Wettbewerb hervor und sieht vor, die bestehenden Grünflächen nicht nur zu sichern, sondern deutlich aufzuwerten. Herwig Wetzlinger, stellvertretender Generaldirektor des WIGEV, unterstreicht die Tragweite des Vorhabens: „Mit dem ausgewählten Entwurf für die Gestaltung der gesamten Außenanlagen stellen wir sicher, dass die Grünflächen in der neuen Klinik Ottakring nicht nur erhalten, sondern wesentlich aufgewertet werden.“
Grüne Mitte
Die bestehende Pavillonstruktur hat den Grünraum bislang stark fragmentiert. Künftig werden drei große Gebäudekomplexe – die neue Zentralklinik, das Eltern-Kind-Zentrum sowie die Psychiatrische Abteilung – rund um eine zusammenhängende grüne Mitte angeordnet sein. Diese zentrale Freifläche wird vielfältig bepflanzt und mit klimaresistenter Vegetation ausgestattet, um sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für das Personal einen hochwertigen Erholungsbereich zu schaffen.
Durch den Wegfall des Pavillonsystems und eine durchdachte Freiraumplanung wächst die Grünfläche um etwa 30 Prozent – von derzeit 4,5 auf rund 6 Hektar. Ein gut durchdachtes Wegesystem sorgt für Orientierung auf dem Gelände und ermöglicht auch Anwohnerinnen und Anwohnern, das Areal zu durchqueren. „So schaffen wir für Patient*innen und Mitarbeiter*innen einen attraktiven Erholungsraum und für den dicht bebauten Wien-Ottakring eine grüne Oase“, so Wetzlinger weiter.
Vorgesehen sind außerdem Therapiegärten mit unterschiedlichen Bewegungsangeboten, Brunnen sowie Wasserspiele. Im Herzen der grünen Mitte soll ein Pavillon als sozialer Begegnungsort entstehen, während ruhige, schattige Zonen Möglichkeiten zur Ruhe und Erholung bieten. Bei der Bepflanzung wird gezielt auf klimaresistente Arten gesetzt, um den Herausforderungen des Klimawandels standzuhalten.
Etappenweise Umsetzung
Der Umbau findet bei laufendem Krankenhausbetrieb statt und soll bis 2040 fertiggestellt sein. Auch die Grünraumgestaltung wird in Etappen realisiert. Damit während der Bauphase ausreichend Erholungsflächen zur Verfügung stehen, sieht das Generalplanungsteam kreative Zwischenlösungen vor: Flexible grüne Nischen und temporäre Gärten sollen Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden als Rückzugsorte dienen.
Der Wettbewerb zur Gestaltung der Außenanlagen wurde im März 2025 ausgeschrieben, woraufhin sich die ARGE LBRB gegen insgesamt elf Einreichungen aus Österreich und weiteren EU-Ländern durchsetzte.
Die siebenköpfige Jury setzte sich aus Fachleuten der Landschaftsplanung sowie Vertreterinnen und Vertretern des Wiener Gesundheitsverbundes zusammen.