Ein Bus, sechs Tote, ein Mann mit Benzin – der Brandanschlag von Kerzers nimmt immer dramatischere Züge an.
Nach dem verheerenden Busbrand vom Dienstagabend in Kerzers, bei dem sechs Menschen ihr Leben verloren, verdichten sich die Hinweise auf eine vorsätzliche Tat. Den Ermittlern liegen inzwischen Zeugenaussagen vor, wonach der Verursacher des Feuers sich zuvor mit Benzin übergossen haben soll. Ob hinter dem Anschlag ein terroristisches Motiv steckt, ist derzeit noch Gegenstand der Untersuchungen.
Das Feuer brach am Dienstagabend in einem Linienbus kurz vor der Endstation in Kerzers aus. Sechs Menschen kamen dabei ums Leben, fünf weitere wurden verletzt – darunter auch ein Ersthelfer, wie die Polizei bestätigte. Die Identifizierung der Todesopfer war auch am Mittwoch noch nicht abgeschlossen, dieser Prozess könnte sich noch über mehrere Tage hinziehen.
Zeugen berichten
Der Postauto-Bus brannte vollständig aus. Augenzeugen schilderten, wie sich die Flammen innerhalb kürzester Zeit im gesamten Fahrzeug ausbreiteten. Für die Ermittler steht fest: Das Feuer wurde absichtlich gelegt – von einer Person, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Bus befand.
Besonders brisante Hinweise zum möglichen Tathergang liefern Zeugenberichte: Demnach soll ein Mann im Inneren des Fahrzeugs Benzin über sich geschüttet und sich anschließend selbst entzündet haben. „Er hat Benzin ausgeleert und sich selbst angezündet“, sagt ein Augenzeuge in einem Video, über das die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtet. Eine Sprecherin der Polizei erklärte jedoch: „Wir können dies aber nicht bestätigen.“
🔹Man pours inflammable liquid & sets himself on fire inside a bus in Kerzers, Switzerland
– 6 people have died, several injured
Mental health is a serious issue in this world
— Nazzia Momina (@NazziaMo) March 11, 2026
Wie der Westschweizer Fernsehsender RTS berichtet, war der mutmaßliche Täter „den Behörden wegen psychischer Instabilität bekannt“. Es soll sich um einen Mann aus dem Kanton Bern handeln.
Weitere Zeugen schilderten gegenüber dem „Blick“ das Ausmaß der Katastrophe. Das Feuer habe sich von der Mitte des Busses aus mit erschreckender Geschwindigkeit ausgedehnt. „Alles ging so schnell – und dann stand binnen Augenblicken alles in Flammen. Von der Hitze explodierten sogar die Reifen und flogen bis zu 200 Meter weit“, sagt ein Anwohner.
Ein weiterer Nachbar, der den Brand vom Fenster seines Wohnzimmers aus beobachtet hatte, schilderte eine dramatische Szene: „Ich habe gesehen, wie ein Mann einen Stein genommen und eine Scheibe eingeschlagen hat. Kurz darauf konnte sich ein Mann aus dem Bus befreien.“
Großaufgebot & Ermittlungen
Die Einsatzkräfte rückten am Dienstagabend mit einem Großaufgebot aus. Auf einen terroristischen Hintergrund deutet nach aktuellem Stand nichts hin – die Polizei erklärte, es lägen dafür keinerlei Anhaltspunkte vor. Ob sich der Brandstifter unter den Toten oder Verletzten befindet, ist bislang ungeklärt.
Der Notruf war um 18.25 Uhr bei der Kantonspolizei eingegangen. Als die Rettungskräfte eintrafen, stand das Fahrzeug bereits lichterloh in Flammen. Neun Rettungswagen sowie ein Helikopter waren im Einsatz, die betroffene Straße blieb stundenlang gesperrt, während Forensiker bis tief in die Nacht Spuren am ausgebrannten Wrack sicherten.
Am Tag nach dem Brand wurde unmittelbar neben der Unglücksstelle ein Zelt aufgestellt, das Trauernden als Anlaufstelle dienen soll. Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich tief bewegt: „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind.“ Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eingeleitet.
Kerzers liegt rund 26 Kilometer westlich von Bern. Sowohl der Freiburger Staatsrat als auch Bundespräsident Guy Parmelin sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Der Vorfall reiht sich in eine erschreckende Serie schwerer Brandkatastrophen in der Schweiz ein: Erst in der Silvesternacht waren bei einem Feuer in einer Bar im Walliser Skiort Crans-Montana 41 Menschen ums Leben gekommen.
🚨🇨🇭BREAKING: Horror in Switzerland – Multiple people killed and injured as a man sets himself on fire on a bus in city of Chiètres.
Swiss authorities are still withholding the identity and origin of the mass killer. pic.twitter.com/aH42NhP5nX
— Mario ZNA (@MarioBojic) March 10, 2026