Zwischen Boxengasse und Startlinie entfaltet sich ein rasantes Comeback-Drama mit Hollywood-Starbesetzung und authentischen Rennszenen, die selbst Motorsport-Muffel mitreißen.
Brad Pitt rast als alternder Rennfahrer durch ein Formel-1-Spektakel, das mehr durch visuelle Wucht als durch erzählerische Tiefe überzeugt. Der 61-jährige Hollywoodstar verkörpert in „F1“ den gescheiterten Rennfahrer Sonny Hayes, der trotz seines Rufes als „Der Beste, der es niemals geschafft hat“ noch immer bei unbedeutenden Rennen antritt. Als sein ehemaliger Teamkollege Ruben Cervantes, gespielt von Javier Bardem, ihn für sein strauchelndes Formel-1-Team APXGP rekrutiert, beginnt Hayes‘ unerwartetes Comeback.
Im Team trifft der Motorsport-Veteran auf anfängliche Skepsis – weder Teamchef Kaspar Smolinski, noch Technikchefin Kate McKenna oder der junge Hauptfahrer Joshua Pearce nehmen ihn ernst. Hayes‘ erste Fahrversuche bestätigen zunächst die Vorbehalte. Mit riskanten Manövern an der Grenze zur Unfairness fällt er zwar auf, bringt dem Team jedoch keine Punkte ein. Während die Saison voranschreitet und der Verkauf des defizitären Rennstalls droht, stellt sich die Frage, ob Hayes sein altes Können wiederfindet und ob er und Pearce ihre Rivalität überwinden können, um APXGP zu retten.
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Authentische Dreharbeiten
Die Produktion des Films profitierte von außergewöhnlichen Drehbedingungen. Dank Lewis Hamilton, der als Produzent und Berater fungierte, erhielt das Filmteam Zugang zu echten Formel-1-Schauplätzen während der laufenden Saison. „Wir konnten an den Renn-Wochenenden, auf den Podien, während der Nationalhymnen drehen“, erklärt Pitt begeistert. Beim Großen Preis von Großbritannien 2023 wurden sogar die fiktiven APXGP-Boliden in die Startaufstellung integriert.
Authentizität steht im Mittelpunkt des Films – von täuschend echten Rennanzügen bis zu den APXGP-Rennwagen, die keine bloßen Requisiten, sondern funktionsfähige Hochleistungsfahrzeuge sind. Pitt und sein Co-Star Damson Idris absolvierten intensive Fahrtrainings, um selbst mit Tempo 300 über die Rennstrecke zu jagen. Zahlreiche echte Formel-1-Größen wie Max Verstappen, Charles Leclerc und Fernando Alonso bereichern den Film mit Gastauftritten.
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Regisseur Joseph Kosinski, der bereits mit „Top Gun: Maverick“ das Publikum in Kampfjets mitnahm, will den Zuschauern nun das Gefühl vermitteln, mitten im Formel-1-Zirkus zu stehen. Pitt schwärmt von „F1“ als „dem intensivsten Fahrerlebnis, das je in einem Film festgehalten wurde“.
Die Fahrerfahrung war tatsächlich so authentisch wie möglich: Pitt und Idris fuhren bei den Dreharbeiten selbst am Steuer echter Formel-1-Boliden auf Originalrennstrecken – sogar während laufender Grand-Prix-Wochenenden. Die enge Zusammenarbeit mit aktuellen Teams und Fahrern der Formel 1 ging so weit, dass Pitt sogar einen McLaren MCL60 auf der Rennstrecke pilotierte, was dem Film eine selten gesehene Realitätsnähe verleiht.
Vorhersehbare Handlung
Die Handlung selbst folgt allerdings einem vorhersehbaren Muster. „F1“ erzählt eine klassische Heldenreise, wie sie im Sportfilm-Genre schon unzählige Male inszeniert wurde – ähnlich wie in „Moneyball“ von 2011, in dem Pitt ebenfalls mitspielte, damals im Baseball-Milieu. Im Vergleich zum tiefgründigeren Formel-1-Drama „Rush – Alles für den Sieg“ mit Daniel Brühl und Chris Hemsworth fehlt „F1“ die emotionale Komplexität.
Dennoch bietet der über zweieinhalb Stunden lange Film reichlich Unterhaltungswert. Das hervorragende Ensemble von Pitt über Bardem und Kerry Condon bis hin zu Newcomer Idris und dem dänischen Charakterdarsteller Kim Bodnia überzeugt auf ganzer Linie. Die Rennszenen, sowohl aus der Vogel- als auch aus der Fahrerperspektive, sind nicht nur spektakulär, sondern tatsächlich so immersiv wie von Pitt beschrieben – selbst für Zuschauer ohne besonderes Interesse am Motorsport.
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Die größte Stärke des Films liegt genau in diesem Spagat: „F1“ gelingt es, sowohl Motorsport-Enthusiasten zu begeistern als auch Zuschauer zu fesseln, die dem Rennsport sonst wenig abgewinnen können.
Die Darstellung des Formel-1-Geschäfts und der Herausforderungen für Hayes‘ Comeback wird von Kritikern als besonders überzeugend bewertet. Pitts Figur kämpft nach einem schweren Unfall und langer Pause mit Selbstzweifeln, Anpassungsschwierigkeiten an moderne Renntechnik und dem enormen Druck, sich gegen deutlich jüngere Fahrer zu behaupten – Themen, die auch im echten Motorsport relevant sind. Die realistische Abbildung von Teamdynamik, Medienecho und Konkurrenzdenken profitiert dabei von der Integration echter Teamchefs und Kommentatoren in Nebenrollen.
Der Film läuft ab sofort in den österreichischen Kinos.