Nach jahrzehntelangem Engagement erhält der serbische Sprachreformator Vuk Stefanovic Karadzic endlich einen Platz in Wien-Landstraße – eine Würdigung seiner 50-jährigen Schaffenszeit in der Stadt.
Im Wien-Landstraße wird künftig ein Platz den Namen des bedeutenden serbischen Sprachreformators Vuk Stefanovic Karadzic tragen. Diese Entscheidung des Wiener Gemeinderats würdigt erstmals mit einem öffentlichen Ort jenen Mann, der mehr als fünf Jahrzehnte in der österreichischen Hauptstadt lebte und dort seine wichtigsten Werke verfasste. Die Benennung des “Vuk-Karadzic-Platzes” stellt eine längst überfällige kulturhistorische Anerkennung dar.
Hinter dieser Würdigung steht ein jahrzehntelanges Engagement des Serbischen Bildungs- und Kulturvereins “Prosvjeta” Österreich. Der Verein hat über mehr als ein Jahrzehnt hinweg systematisch daran gearbeitet, das Erbe Karadzics im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Dazu zählten regelmäßige Stadtführungen unter dem Motto “Vukovim stazama”, jährliche Gedenkveranstaltungen an seinem Denkmal sowie an seiner ursprünglichen Grabstätte auf dem St. Marxer Friedhof und zuletzt eine große Jubiläumsveranstaltung zum 160. Todestag im Jänner 2024.
⇢ Von allen Seiten Kult: D’Agostino verwandelt Marx Halle in Techno-Kathedrale
Historische Grundlage
Die wissenschaftliche Grundlage für die Benennung lieferte ein umfassendes historisches Dokument, das vom Historiker Zlatan Stojadinovic gemeinsam mit Marko Saric, dem Vorsitzenden der “Prosvjeta” Wien, erarbeitet wurde. Dieses Elaborat überzeugte schließlich das Wiener Stadtparlament, der Initiative zuzustimmen. Die erfolgreiche Umsetzung wurde durch die Kooperation zahlreicher Akteure innerhalb der serbischen Gemeinschaft und der Wiener Stadtverwaltung ermöglicht.
Gemeinsame Initiative
Der Dank für die Realisierung gilt insbesondere der Stadt Wien, die mit dieser Entscheidung ein deutliches Signal für kulturelle Diversität und historisches Bewusstsein setzt. Maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben Ilija Tufegdzic als Mitglied des Kulturausschusses im Wiener Landtag sowie Erich Hohenberger, der als Bezirksvorsteher von Wien-Landstraße die Initiative offiziell einbrachte. Der Dachverband Savez Srba u Austriji koordinierte den Prozess und wurde dabei von zahlreichen Vereinen und Organisationen der serbischen Gemeinschaft in Österreich unterstützt.
Die Schaffung des Vuk-Karadzic-Platzes bereichert nicht nur die serbische Community, sondern erweitert auch das kulturelle Erbe Wiens um einen wichtigen Aspekt. Sie ehrt einen Intellektuellen, der ein halbes Jahrhundert in Wien verbrachte und durch sein Schaffen die europäische Kulturgeschichte mitprägte.
Mit dieser Entscheidung demonstriert Wien seine Offenheit, seinen Respekt für kulturelle Vielfalt und sein Bewusstsein für die gemeinsam gestaltete Geschichte.
Folge uns auf Social Media!














