Nach dem Blackout in Spanien und Portugal rüstet sich das Burgenland: 800 Millionen Euro fließen in die Strominfrastruktur, um die wachsende Eigenproduktion zu bewältigen.
Um die Stromversorgung im Burgenland langfristig zu sichern, werden in den kommenden Jahren massive Investitionen getätigt. Burgenland Energie und Netz Burgenland planen, rund 800 Millionen Euro in die Modernisierung der Strominfrastruktur fließen zu lassen. Ein wichtiger Teil dieses Vorhabens betrifft die 19 Umspannwerke der Region. Der Standort Güssing wird bis 2026 in zwei Phasen ausgebaut, wobei die bestehende Anlage in den Neubau integriert wird. Zusätzlich erfolgt eine Erweiterung der 110-kV-Leitungseinbindung mit neuen Masten.
Diese Maßnahmen werden notwendig, da immer mehr private Haushalte und Unternehmen selbst zu Stromproduzenten werden, was die Netzbelastung verändert – sie beziehen weniger Energie, speisen aber gleichzeitig mehr ein.
Blackout-Risiko minimieren
„Das Blackout in Spanien und Portugal vor Kurzem hat gezeigt, wie wichtig es ist, in die Strominfrastruktur zu investieren“, betont Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender der Burgenland Energie. Er verweist auf den zunehmenden Trend zur Energieautonomie bei Haushalten, Unternehmen und Energiegemeinschaften. Technologien wie Photovoltaik, Energiespeicher, Wärmepumpen und Elektromobilität finden immer breitere Anwendung.
Netzausbau vorantreiben
Das Stromnetz im Burgenland erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 9800 Kilometern. Derzeit entsteht eine neue 110kV-Verbindung zwischen Oberpullendorf und Rotenturm, die das Mittel- und Südburgenland miteinander verknüpfen wird. „Die Verstärkung bestehender Umspannwerke, die Errichtung neuer Umspannwerke und der Bau neuer Hochspannungsleitungen sind daher notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, erklärt Sharma.
Er hebt hervor, dass das burgenländische Stromnetz bereits heute zu den zuverlässigsten in Österreich und Europa zählt. Mit einer Versorgungszuverlässigkeit von über 99,99 Prozent und einer durchschnittlichen Ausfallszeit von nur 16 Minuten pro Jahr liegt das Burgenland deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von rund 24 Minuten.
Bundesländer-Vergleich
Auch andere Bundesländer setzen verstärkt auf den Ausbau ihrer Strominfrastruktur. Niederösterreich plant mit der EVN bis 2030 rund 1,7 Milliarden Euro in das Stromnetz zu investieren, während Oberösterreich mit 900 Millionen Euro bis 2027 einen ähnlichen Schwerpunkt wie das Burgenland setzt.
Diese Investitionen sind angesichts der landesweiten Energiewende und der zunehmenden Elektrifizierung vieler Lebensbereiche unverzichtbar geworden.