Wenn das Weihnachtsgeld verbraucht ist und die Rechnungen eintreffen, beginnt für viele Tiroler der finanzielle Albtraum. Die Schuldenberatung erwartet nun einen Ansturm.
Die Schuldenberatung Tirol stellt sich auf einen erheblichen Anstieg der Beratungsanfragen im ersten Halbjahr ein. Grund dafür ist eine gesetzliche Neuregelung, die verkürzte Verfahren bei Privatinsolvenzen nicht mehr zulässt. Bereits jetzt müssen Hilfesuchende mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Problematik verschärft sich durch das Konsumverhalten vieler Tiroler, die zwischen stationärem Handel und Online-Shopping den verlockenden Angeboten mit Rabatten und flexiblen Ratenzahlungen erliegen.
Die Hauptursachen für finanzielle Notlagen haben sich laut Peter Greil, stellvertretender Geschäftsführer der Schuldenberatung Tirol, über die Jahre kaum verändert. Häufig führen Einkommenseinbußen oder der Verlust des Arbeitsplatzes in die Schuldenfalle – eine Situation, die durch die aktuelle Teuerungswelle noch verschlimmert wird. Auch gescheiterte Selbständige zählen regelmäßig zu den Betroffenen.
Gefährliche Kaufmuster
Das Konsumverhalten spielt bei der Überschuldung eine entscheidende Rolle, wie Greil betont: „Sehr verlockend sind natürlich Internetkäufe mit Krediten, die man leicht bekommt. Viele nützen auch das Angebot, jetzt zu bestellen und später erst zu bezahlen. Das klappt anfangs gut, man kann die Raten zahlen. Dann wird der Rahmen schrittweise erhöht und irgendwann kommt man mit den vielen Teilzahlungen nicht mehr hinterher.“
Weihnachtsfolgen
Die finanziellen Folgen übermäßiger Weihnachtseinkäufe zeigen sich typischerweise mit Verzögerung. Die Schuldenberatung verzeichnet ab Februar einen deutlichen Anstieg der Hilfesuchenden. Peter Greil erklärt dieses Phänomen: „Im Dezember hat man noch das Weihnachtsgeld, mit dem man Dinge kaufen und Löcher im Budget stopfen kann.
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Im Jänner kommen dann die ganzen Rechnungen, die man zunächst verdrängt, bis dann die Mahnungen eintrudeln.“