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Konsumfalle

Geschenke-Wahnsinn: Experte warnt vor Ratenkauf vor Weihnachten

Geschenke-Wahnsinn: Experte warnt vor Ratenkauf vor Weihnachten
Fotot: iStock
2 Min. Lesezeit |

Geschenke unter dem Baum, Schulden auf dem Konto – die Weihnachtszeit entpuppt sich für viele als finanzielle Belastungsprobe mit langfristigen Folgen.

Kurz vor den Feiertagen erreicht der Konsum seinen Höhepunkt – und damit steigt auch die Gefahr finanzieller Überlastung. In Zeiten anhaltender Inflation geben viele Menschen für Weihnachtsgeschenke mehr aus, als ihre finanzielle Situation eigentlich erlaubt. Clemens Mitterlehner, Leiter des Verbandes der Schuldenberatungen ASB, bezeichnet die Weihnachtszeit unmissverständlich als „Hochphase des Konsums“ und damit als potenzielle „Schuldenfalle“. Seine Empfehlung ist eindeutig: Von Schulden für Präsente sei grundsätzlich abzuraten – „egal ob Ratenkauf oder Ausborgen“.

Besonders der Wunsch, Kindern großzügige Geschenke zu machen, führt häufig zu Ratenzahlungen und Kreditaufnahmen. Mitterlehner beschreibt dieses Verhalten als „Teufelskreis“. Als primäre Ursache für Überschuldung identifiziert der Experte jedoch Arbeitslosigkeit und Einkommensrückgänge. Zahlreiche Betroffene kämpfen mit Schuldenlasten, wobei viele nicht einmal die Möglichkeit haben, ein Privatinsolvenzverfahren einzuleiten.

Die Nachfrage nach Beratungsleistungen bei staatlich anerkannten Schuldenberatungsstellen verharrt seit etwa 2022 auf einem konstant hohen Niveau. Nach Angaben Mitterlehners beläuft sich die durchschnittliche Verschuldung der Ratsuchenden auf rund 60.000 Euro. Er betont jedoch, dass diese Zahl nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sei, sondern lediglich jene erfasse, die aktiv Beratungsdienste in Anspruch nehmen.

Konsumdruck zu Weihnachten

„In unserer Gesellschaft definiert man sich stark über Geschenke. Konsum hat einen bestimmten Stellenwert und eine besondere Bedeutung, vor allem zu Weihnachten“, erläutert der Fachmann. Selbst angesichts steigender Preise könnten viele Menschen diesem gesellschaftlichen Konsumdruck „einfach nicht widerstehen“.

Der richtige Zeitpunkt für den Gang zur Schuldenberatung ist laut dem Experten gekommen, wenn „das Konto ständig im Minus ist, wenn Lohnexekutionen da sind, wenn eine Miete offenbleibt, kein Geld für Lebensmittel am Ende des Monats übrig bleibt“. Wichtig zu wissen: Staatlich anerkannte Beratungsstellen bieten ihre Dienste für Hilfesuchende kostenlos an.

Wachsende Schuldenberge

Wie es zu derart hohen Schuldenbergen kommen kann, erklärt Mitterlehner mit einem ernüchternden Fakt: Etwa zwei Drittel der Gesamtschulden setzen sich „sehr oft aus Zinsen, Inkasso, Gerichts- und Anwaltskosten“ zusammen.

Studien belegen zudem, dass sich unbezahlte Schulden innerhalb von acht Jahren verdreifachen können.

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KO KOSMO-Redaktion
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