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Ausschreitungen

Nach Zugunglück mit 68 Toten: Rechte Proteste in Madrid eskalieren (VIDEOS)

Nach Zugunglück mit 68 Toten: Rechte Proteste in Madrid eskalieren (VIDEOS)
FOTO: Screenshot X
3 Min. Lesezeit |

Tränengas vor dem Ministerium, 1500 Menschen auf der Straße. Während in Toledo noch nach Vermissten gesucht wird, richtet sich der Protest gegen Madrid.

Eine Kundgebung rechtsextremer Gruppen vor dem Transportministerium in Madrid ist nach dem Zugunglück von Urda eskaliert. Die Polizei setzte Tränengas ein und löste die Versammlung auf.

Rund 1500 Menschen hatten sich zu der Kundgebung eingefunden. Zwischen Teilen der Demonstrierenden und den Einsatzkräften baute sich Spannung auf, vor dem Ministerium spitzte sich die Lage zu.

Vorwürfe an Regierung

Der Protest zielte auf die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und auf Verkehrsminister Óscar Puente. Aus Sicht der Teilnehmer tragen beide die Verantwortung für das Unglück in der Provinz Toledo. Zur Demonstration aufgerufen hatte die ultrarechte Falangistische Jugend über soziale Medien, weitere rechtsgerichtete Gruppen schlossen sich an.

Mindestens 69 Tote

Bei dem schweren Zugunglück waren am Mittwochmorgen zwei Hochgeschwindigkeitszüge bei Urda zusammengestoßen. Ein Zug des privaten Betreibers Iryo war nach einem Ausfall des Sicherheitssystems auf der Strecke zum Stillstand gekommen. Ein nachfolgender AVE-Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe erhielt von der Leitstelle die Freigabe zur Weiterfahrt und prallte auf den stehenden Zug.

Mehrere Waggons entgleisten und stürzten einen Bahndamm hinunter. Nach aktuellem Stand kamen mindestens 69 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die genaue Ursache des Unglücks wird weiterhin untersucht.

Bergungsarbeiten dauern an

Unterdessen dauern die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle an. Die Rettungsteams standen auch während der Nacht im Einsatz. Mithilfe von drei großen Kränen werden die zerstörten Waggons angehoben und schwer zugängliche Bereiche durchsucht.

Noch immer wird nach vermissten Personen und möglichen weiteren Opfern gesucht. Bei der Guardia Civil gingen bis Donnerstagmorgen 64 Meldungen von Angehörigen ein, die Personen nach dem Unglück als vermisst gemeldet hatten. Die Zahl bedeutet allerdings nicht, dass aktuell noch 64 Menschen vermisst werden, da die Identifizierung und der Abgleich der Listen weiterlaufen.

Auch Suchhunde und zahlreiche Einsatzkräfte sind weiterhin an der Unfallstelle im Einsatz. Die Behörden schließen nicht aus, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern befinden könnten.

Die Unglücksstelle liegt in der Provinz Toledo, etwa 130 Kilometer südlich von Madrid.

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KO KOSMO-Redaktion
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