Mit 352.000 Unterschriften im Rücken startet Italien einen parlamentarischen Vorstoß für die dauerhafte Sommerzeit – Energieeinsparungen in Millionenhöhe locken.
Parlamentarisches Verfahren
Im italienischen Parlament wird am Montag ein Untersuchungsverfahren zur Einführung einer ganzjährigen Sommerzeit beantragt. Grundlage der Initiative bildet eine Petition mit 352.000 Unterschriften, die von der italienischen Gesellschaft für Umweltmedizin (Sima) unterstützt wird. Die parlamentarische Prüfung soll umfassende Auswirkungen auf Energieverbrauch, Umweltaspekte, Gesundheitsfaktoren und Sicherheitsbelange evaluieren.
Wirtschaftliche Vorteile
Wirtschaftliche Berechnungen deuten auf erhebliche Einsparpotenziale hin: Eine permanente Sommerzeit könnte jährlich Stromeinsparungen von etwa 720 Millionen Kilowattstunden ermöglichen und Kosten in Höhe von bis zu 180 Millionen Euro reduzieren. Darüber hinaus versprechen sich die Befürworter positive Effekte für den Einzelhandel und die Gastronomie durch gesteigerten Konsum, eine Verlängerung der touristischen Saison sowie Verbesserungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit.
Historischer Kontext
Die Sommerzeit wurde in Italien bereits 1966 eingeführt, während die meisten europäischen Staaten diesem Beispiel erst in den 1970er und frühen 1980er Jahren folgten – hauptsächlich als Reaktion auf die Ölkrise von 1973. Die Maßnahme zielte ursprünglich darauf ab, durch eine zusätzliche Stunde Tageslicht den Energieverbrauch in Unternehmen und Haushalten zu senken. Seither gilt EU-weit die Regelung, am letzten Sonntag im März die Uhren eine Stunde vorzustellen und am letzten Oktober-Sonntag wieder zurückzudrehen.
Obwohl das Europaparlament im März 2019 mit deutlicher Mehrheit für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab 2021 votierte, steht die tatsächliche Umsetzung dieses Beschlusses noch aus.
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