Reisen wird übersichtlicher: Das Außenministerium ersetzt sein sechsstufiges Warnsystem durch eine klare Ampellogik mit vier Kategorien und regionalen Detailkarten.
Das Außenministerium führt zum 1. Oktober eine grundlegende Vereinfachung seiner Reiseinformationen ein. Künftig wird ein übersichtliches Ampelsystem mit vier Stufen die bisherige sechsstufige Einteilung ersetzen. Die beiden unteren Kategorien „guter Sicherheitsstandard“ und „Sicherheitsrisiko“ bleiben inhaltlich bestehen und werden farblich als grün beziehungsweise gelb gekennzeichnet. Die bislang differenzierteren oberen vier Stufen werden zu den Kategorien „Hohes Sicherheitsrisiko“ (orange) und „Reisewarnung“ (rot) zusammengefasst. Bisher unterschied das Ministerium beim hohen Sicherheitsrisiko noch, ob dieses regional begrenzt oder landesweit gilt. Ähnlich verhielt es sich mit den Reisewarnungen, die entweder partiell oder für das gesamte Staatsgebiet ausgesprochen wurden.
Eine wesentliche Neuerung stellt die kartografische Darstellung regionaler Sicherheitsunterschiede innerhalb einzelner Länder dar. Am Beispiel Ägyptens erläuterte die Leiterin des Bürgerservice im Außenministerium, Karin Fichtinger, die praktische Umsetzung: Dort gibt es gelbe, orange und rote Zonen. Auf der globalen Übersichtskarte werde jedoch weiterhin eine differenziertere Darstellung beibehalten.
„Für die Reisebranche ist es unangenehm, wenn ein Land wie Ägypten plötzlich rot ist. Deshalb haben wir uns entschieden, die Weltkarte so zu belassen, damit klar ist, es ist anders zu behandeln als zum Beispiel Libyen“, erklärte Fichtinger mit Verweis auf das Nachbarland, für das eine landesweite Reisewarnung besteht. Detailkarten zeigen dann die spezifischen Sicherheitseinstufungen für einzelne Regionen.
SMS-Service mit Botschaftskontakten geplant
Bis zu den Herbstferien 2025 plant das Außenministerium die Einführung eines praktischen Services für Auslandsreisende: Mobilfunknutzer sollen künftig beim Einbuchen in ausländische Netze automatisch per SMS die Telefonnummer der zuständigen österreichischen Botschaft erhalten. Diese Information wird nahtlos in die ohnehin beim Roaming automatisch versendeten Informationen integriert. „Wir hoffen, dass das für den Reisenden ein zusätzliches Service ist“, erklärte Fichtinger zu dieser technischen Neuerung.
Formale Umstellung
Fichtinger betonte, dass die Umstellung rein formaler Natur sei und keine inhaltlichen Änderungen der Bewertungen mit sich bringe. „Alles bleibt beim Alten, aber es wird verständlich für die Bürgerin und den Bürger, für die Reisende und den Reisenden“, sagte sie. „Wir übernehmen alles eins zu eins textlicher Natur.“
Gleichzeitig stellte sie klar, dass die Darstellungen ausschließlich Informationszwecken dienen und Reisende daraus keine rechtlichen Ansprüche ableiten können.
Reiseregistrierung nutzen
Das Ministerium warb zudem erneut für die Nutzung der Reiseregistrierung bei Auslandsaufenthalten, die über die Website http://auslandsregistrierung.bmeia.gv.at oder die Smartphone-App „Auslandsservice“ möglich ist. Reisende würden dem Ministerium dadurch ermöglichen, „dass wir ihnen helfen können“, unterstrich der Leiter der Presseabteilung des BMEIA, Clemens Mantl.
Er widersprach Berichten über ein angebliches Datenleck bei diesem System. Vielmehr seien bei einzelnen registrierten Personen durch Schadsoftware auf deren eigenen Computern Daten abgeflossen, die später gebündelt zum Verkauf angeboten worden seien.
Mantl verwies auf die hohe Akzeptanz der Reiseinformationen des Außenministeriums. „Wir haben über fünf Millionen Zugriffe jedes Jahr.“ Fichtinger ergänzte, dass die Informationen kontinuierlich aktualisiert werden – mit bis zu 600 Änderungen jährlich, wobei es sich häufig um kleinere Anpassungen handle.
Zudem erfolge für jedes Land zweimal pro Jahr eine systematische Überprüfung in enger Abstimmung mit den jeweiligen Botschaften. Auf die Frage nach einer möglichen EU-weiten Harmonisierung verwies Fichtinger auf unterschiedliche nationale Interessen. Als Beispiel nannte sie Burundi, wo sich nur wenige Österreicher aufhalten, während tausende Bürger der ehemaligen Kolonialmacht Belgien dort leben. Ein Vorfall dort hätte „für Belgien eine andere Auswirkung als für uns“.
Dennoch gebe es Bestrebungen zur Harmonisierung und einen intensiven Austausch auf EU-Ebene, unter anderem durch eine gemeinsame Plattform, auf der die EU-Staaten ihre Reisehinweise hinterlegen, um die Koordination zu verbessern.