Österreichs Kirchenglocken werden am 25. Juli zu ungewöhnlicher Stunde läuten. Hinter dem landesweiten Signal steckt ein dringender Appell gegen eine globale Katastrophe.
In ganz Österreich werden kommende Woche die Kirchenglocken zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt erklingen. Neben dem regulären morgendlichen, mittäglichen und abendlichen Läuten, das zur religiösen Tradition des Landes gehört, wird am Freitag, dem 25. Juli, um 15 Uhr ein spezielles Glockengeläut zu hören sein.
Hinter dieser besonderen Aktion steht ein dringender humanitärer Appell. Die Präsidentin der Caritas Österreich, Nora Tödtling-Musenbichler, erläutert den Hintergrund: „Mit der Aktion Glockenläuten gegen den Hunger wollen wir auf diesen Skandal aufmerksam machen. Wir dürfen auf die Millionen von Menschen, die unmittelbar von Hunger betroffen sind, nicht vergessen. Es ist eine Frage des Wollens und den damit verbundenen politischen Entscheidungen, den weltweiten Hunger zu beenden.“
Die österreichische Bischofskonferenz hat beschlossen, dass die Glocken in rund 3.000 Pfarrgemeinden landesweit für fünf Minuten läuten werden. Das Datum und die Uhrzeit wurden bewusst gewählt: Die 15-Uhr-Stunde gilt in der christlichen Tradition als Sterbestunde Jesu und soll symbolisch an die Millionen Menschen erinnern, die täglich an Hunger leiden oder sterben.
Globale Hungerkrise
Das traditionelle Läuten der Kirchenglocken soll bei dieser Initiative als akustisches Mahnmal dienen und das Bewusstsein für die globale Hungerproblematik schärfen. Die Zahlen, die hinter dieser Aktion stehen, sind alarmierend: 733 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger. Die Caritas Österreich verdeutlicht das Ausmaß der Krise: „Das sind nach wie vor wesentlich mehr Menschen als vor der Corona-Pandemie. Fast jeder dritte Mensch weltweit – also etwa 29 Prozent der Weltbevölkerung – hat keinen ständigen Zugang zu Nahrungsmitteln. Die Klimakrise spitzt die Situation dramatisch zu: 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen leben bereits in einem Umfeld, das durch die Klimakrise stark gefährdet ist.“
Dabei wird die Klimakrise von der Caritas als Hauptursache für die Zunahme von Hunger und Ernährungsunsicherheit in vielen Teilen der Welt identifiziert. Das Glockenläuten soll deshalb nicht nur zum Engagement gegen Hunger aufrufen, sondern auch ein Zeichen für globale Gerechtigkeit und Klimaschutz setzen.
Konkrete Hilfe
Die Hilfsorganisation leistet in akuten Notsituationen konkrete Unterstützung, wie aus ihrer Mitteilung hervorgeht: „In akuten Notsituationen werden Menschen von der Caritas mit Nahrungsmittelpaketen und sauberem Trinkwasser versorgt.“ Interessierte haben die Möglichkeit, durch Spenden die Arbeit der Organisation zu unterstützen. Mit einem eindringlichen Appell wendet sich Tödtling-Musenbichler an die Öffentlichkeit: „Wir müssen jetzt handeln. Wir dürfen Millionen Menschen nicht ihrem Hunger überlassen und dabei zusehen, wie immer mehr Lebensgrundlagen vernichtet werden.
Helfen Sie uns zu helfen!“