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BUNDESHEER

Offizier, Rettungschwimmer und Lehrwart in einem

Offizier, Rettungschwimmer und Lehrwart in einem (FOTO: Amel Topčagić)

­Physische und mentale Stärke sind die Grundlage eines „gesunden“ ­Selbstwertgefühls. Eigenschaften, auf die bei der Offiziersausbildung beim Österreichischen Bundesheer großer Wert gelegt wird.

Junge Offiziere müssen über physische und mentale Stärke verfügen. Aus diesem Grund deckt die Offiziersausbildung auf der Theresianischen Militärakademie auch ein breites Spektrum an Inhalten ab.

In mehreren Trainingseinheiten pro Woche wird die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert. Gleichzeitig ergänzen Wahlsportarten (Klettern, Boxen, Schwimmen, Militärischer Fünfkampf) das Sportangebot. „Die Sportausbildung an der Militärakademie verfolgt zwei Ziele: Zum einen die Steigerung bzw. den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit, zum anderen die Ausbildung zum staatlich geprüften Instruktor für allgemeine Körperausbildung“, erklärte Oberst Thomas Lampersberger.

Im Rahmen der dreijährigen Ausbildung müssen neben den militärischen Fertigkeiten auch diverse sportliche Leistungen erbracht werden. Training auf der Hindernisbahn, Läufe und Schwimmen gehören genauso zur Sportausbildung, wie auch die jährlichen militärspezifischen Tests, bzw. der sportmotorische Test im ersten Ausbildungsjahr. Die Mindestanforderungen für ein positives Bestehen der Tests steigern sich während der Ausbildung jährlich, um die Anwärter bestmöglich auf ihre späteren Tätigkeiten vorzubereiten.

„In manchen Bereichen gibt es unterschiedliche Limits für Männer und Frauen, aber nicht in jedem Bereich! Das passt auch so, denn das Maschinengewehr, das Marschgepäck oder ein zu bergender Kamerad werden nicht leichter, nur weil ich eine Frau bin. Da sind dieselben Leistungen gefordert. Deshalb gibt es auch beim militärspezifischen Test keine Unterschiede. Das ist manchmal zwar hart, aber schaffbar! Da wir auch für den Ernstfall trainieren, werden die Trainingseinheiten nicht nur im Sportanzug, sondern auch im Kampfanzug durchgeführt“, so Fähnrich Alexandra.

Da wir auch für den Ernstfall trainieren, werden die Trainingseinheiten nicht nur im Sportanzug, sondern auch im Kampfanzug durchgeführt

Fähnrich Alexandra

Dass es nicht immer einfach ist, die geforderten Mindeststandards zu erfüllen, bekräftigte auch ihr Kamerad Fähnrich Martin. Dazu müsse man selber schon auch etwas beitragen, zum Beispiel zusätzliche Trainingseinheiten. „Dank unserer guten Kameradschaft findet sich aber immer ein Trainingspartner und dann macht es gleich mehr Spaß eine Runde laufen zu gehen oder eine Einheit in der Kraftkammer zu absolvieren“, fügte er hinzu.

Lehrwart & Rettungsschwimmer
Die Ausbildung zum staatlich geprüften Instruktor (Lehrwart) befähigt die Absolventen, Trainingspläne zu erstellen bzw. Sporteinheiten zu leiten. Das Ziel der Ausbildung ist es, die sportliche Leistungsfähigkeit von Personen mittels einfacher sportmotorischer Tests festzustellen, zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu setzen. Um diese Fähigkeiten zu erlernen, durchlaufen die Offiziersanwärter diverse Ausbildungsinhalte – sowohl praktischer als auch theoretischer Natur. Neben Lauf- und Sprungtechniken lernen die Teilnehmer während dieses Lehrganges auch verschiedene Trainingsmethoden und Systeme sowie sportphysiologische und sportpsychologische Aspekte kennen.

„Zu den praktischen Inhalten zählen unter anderem der Orientierungslauf, die Hindernisbahn, das Schwimmen und die Kraftkammer, aber auch die Theorie stellt einen wichtigen Part dar. Etwa beim Erlernen wie man selbst richtig trainiert und wie man andere dazu motiviert, Sport zu betreiben und dabei auch Spaß zu haben“, betont Fähnrich Christopher.

Am Ende der Lehrgänge wartet selbstverständlich eine Prüfung und nach erfolgreichem Bestehen erhalten die Offiziersanwärter ihr Zertifikat zum staatlich geprüften Instruktor, die ÖSTA-Grundstufe und sind geprüfte Rettungsschwimmer.