Ungarn wählt im April 2026 ein neues Parlament. Präsident Tamas Sulyok legte den Wahltermin auf Sonntag, den 12. April fest. „Eines der Fundamente der Demokratie ist das Recht auf freie Wahlen. Ich ermutige alle, von diesem Recht Gebrauch zu machen“, erklärte Sulyok in einer über Facebook verbreiteten Mitteilung.
Aktuelle Umfragen deuten auf einen möglichen Machtwechsel hin. Die Oppositionspartei Tisza unter Führung von Peter Magyar liegt laut einer Erhebung von Politico mit 49 Prozent der Wählerstimmen deutlich vor der regierenden Fidesz-Partei, die auf 37 Prozent kommt.
Orbans Herausforderung
Für Ministerpräsident Viktor Orban, der seit zwei Jahrzehnten die politischen Geschicke Ungarns lenkt, könnte die Abstimmung zur ernsten Herausforderung werden. Seine Regierungsführung steht wegen Einschränkungen der Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Rückschritte in der Kritik.
Orban gilt als Querulant innerhalb der Europäischen Union und gerät regelmäßig mit Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten in Konflikt – sei es bei der Unterstützung für die Ukraine, bei LGBTQ+-Rechten oder bei Sanktionen gegen Russland.
Magyars Alternative
Herausforderer Magyar verspricht im Falle eines Wahlsiegs, die Unabhängigkeit der Justiz zu stärken und entschieden gegen Korruption vorzugehen.
Seine Partei Tisza präsentiert sich den Wählern als klare Alternative zum Fidesz-Lager.