Während die Oberösterreicher die Sommerhitze in Badeseen genießen, lauert dort ein mikroskopisch kleiner Störenfried. Die Zerkarien-Plage breitet sich aus und sorgt für juckende Überraschungen.
Während Oberösterreich derzeit mit perfektem Badewetter gesegnet ist, macht ein unliebsamer Besucher in den heimischen Gewässern den Badegästen zu schaffen. Zerkarien, mikroskopisch kleine Larven von Saugwürmern, verursachen bei Hautkontakt unangenehm juckende Pusteln. Die winzigen Parasiten fühlen sich aufgrund der klimatischen Veränderungen zunehmend auch in unseren Breitengraden wohl. Bereits im Vorjahr wurden Fälle in verschiedenen oberösterreichischen Badeseen dokumentiert, darunter in den Feldkirchner Badeseen und im Pleschinger See. Wichtig zu wissen: Bestätigte Fälle von Zerkariendermatitis sollten stets der zuständigen Bezirkshauptmannschaft gemeldet werden.
Besonders betroffen ist aktuell der bei Erholungssuchenden beliebte Oedtersee in Traun im oberösterreichischen Bezirk Linz-Land. Die Stadtverantwortlichen haben bereits über soziale Medien Alarm geschlagen: „Trotz hervorragender Wasserqualität kommt es derzeit wieder zu Fällen von Zerkariendermatitis.“ Da vielen Badegästen das Problem mit den Parasiten noch unbekannt sei, hat die Stadtverwaltung angesichts der steigenden Fallzahlen nun umfassende Informationen zum Thema auf ihrer Internetpräsenz bereitgestellt.
📍 Ort des Geschehens
Parasitärer Lebenszyklus
Die parasitären Larven, die zu den Saugwürmern gehören, gedeihen vorwiegend in Gewässern mit Temperaturen ab 20 Grad. Ihr natürlicher Lebensraum sind eigentlich Enten und Wasserschnecken. Menschen werden von den Parasiten fälschlicherweise als Wirtstiere identifiziert. Bei dem Versuch, die menschliche Haut zu durchdringen, sterben die Larven ab und können dabei allergische Hautreaktionen auslösen.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen klingt der Hautausschlag innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. „Wenn man zufällig in eine Wolke von ausgestoßenen Zerkarien schwimmt, kann es schon sehr unangenehm werden“, erklärte Nikolaus Schobesberger von der Gewässergüteaufsicht des Landes Oberösterreich im „Heute“-Gespräch. In solchen Fällen empfiehlt er, einen Dermatologen aufzusuchen.
⇢ FSME-Infektion: Bereits 25 Personen im Krankenhaus behandelt
Schutzmaßnahmen empfohlen
Der Fachmann rät zu praktischen Vorsichtsmaßnahmen: Statt längerer Aufenthalte im Wasser seien mehrere kürzere Badeeinheiten vorzuziehen – „Lieber dreimal 20 Minuten, als eine ganze Stunde am Stück.“ Der Grund: Die Parasiten benötigen eine gewisse Zeitspanne, um in die Haut einzudringen.
Nach dem Baden sollte man sich zudem gründlich abduschen und sorgfältig abtrocknen.
Klimawandel als Treiber der Zunahme
Experten führen die vermehrten Fälle von Zerkariendermatitis in oberösterreichischen Gewässern auf die steigenden Wassertemperaturen durch den Klimawandel zurück. Besonders betroffen sind dabei flache Gewässer, die sich schnell erwärmen, wie der Oedtersee, die Feldkirchner Badeseen und der Pleschinger See. Die Parasiten sind im Wasser selbst kaum nachweisbar, weshalb eine Meldung nach ärztlicher Diagnose wichtig ist.
Trotz der unangenehmen Begleiterscheinung bleibt die Wasserqualität der überwachten Badeseen in Oberösterreich weiterhin ausgezeichnet. Das Auftreten von Zerkarien hängt nicht mit hygienischen Belastungen zusammen, sondern mit dem natürlichen Vorkommen von Wasserschnecken und Wasservögeln, die zum Lebenszyklus der Parasiten gehören.