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Gefahr

FSME-Infektion: Bereits 25 Personen im Krankenhaus behandelt

FSME-Infektion: Bereits 25 Personen im Krankenhaus behandelt
FOTO: iStock/Maria Ogrzewalska
3 Min. Lesezeit |

In Österreich wurden heuer bereits mindestens 25 Personen aufgrund einer FSME-Infektion (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in Krankenhäusern behandelt. Dies geht aus Erhebungen des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien hervor.

Im Vergleich dazu verzeichnete das Vorjahr mit 158 Krankenhausaufenthalten den dritthöchsten Stand innerhalb der letzten Dekade. Gegen FSME existiert eine effektive Impfung. Zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen in Österreich zählen die Lyme-Borreliose sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Die aktuellsten Zahlen der hospitalisierten FSME-Fälle zeigen eine klare regionale Verteilung: Oberösterreich führt mit neun bestätigten Infektionen, gefolgt von der Steiermark mit fünf und Niederösterreich mit vier Fällen. Vereinzelt wurden auch Patienten in Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg behandelt.

Seit Jahresbeginn bis zum vergangenen Freitag hat die Bevölkerung bereits über 2.650 Zecken an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) übermittelt. Diese Zahl entspricht fast dem Doppelten der im gesamten Vorjahr eingesandten Exemplare. Den Großteil bildet wie auch 2024 der Gemeine Holzbock (Gattung Ixodes) mit 95,1 Prozent, gefolgt von der Auwaldzecke (Gattung Dermacentor) mit 4,4 Prozent und der Reliktzecke (Gattung Haemaphysalis) mit 0,4 Prozent.

Die geografische Verteilung der 2025 eingesandten Zecken zeigt eine Konzentration in Niederösterreich mit 40 Prozent, während Oberösterreich 19,8 Prozent und die Steiermark 17,4 Prozent der Funde ausmachen. Bei den bisher 940 auf Borrelien untersuchten Zecken erwiesen sich 208 Exemplare als positiv, was einem Anteil von 22,1 Prozent entspricht. Rickettsien (bakterielle Krankheitserreger) wurden in 15,6 Prozent aller analysierten Zecken festgestellt.

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Nationales Monitoring

Wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit auf Anfrage der Austria Presse Agentur mitteilte, existierte in Österreich bis zum Vorjahr keine flächendeckende Zeckenüberwachung. Mit dem Anfang 2024 gestarteten Projekt SURVector wird nun ein bundesweites Monitoring für Stechmücken und Zecken aufgebaut. Das Vorhaben zielt darauf ab, ein Überwachungssystem für neu auftretende Krankheitserreger zu etablieren, wobei sowohl Stechmücken als auch Zecken gesammelt und auf relevante Pathogene untersucht werden.

Das Projekt SURVector ist als Bürgerwissenschaftsprojekt konzipiert. Interessierte können Zecken bei der AGES einreichen, wo diese zunächst mikroskopisch zur Artbestimmung untersucht werden. Ein Teil der eingegangenen Proben wird anschließend mittels PCR-Verfahren auf Krankheitserreger getestet. Im ersten Jahr des nationalen Zeckenmonitoring-Programms 2024 wurden insgesamt 1.420 Zecken aus ganz Österreich abgegeben.

Klimawandel-Folgen

Unter den eingesandten Exemplaren befanden sich auch drei Riesenzecken (Hyalomma marginatum), die im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Kroatien stehen. Zwei dieser Zecken wurden bereits molekularbiologisch untersucht und negativ auf das Krim-Kongo-Fieber (schwere virale Infektionskrankheit) getestet. Diese virale Erkrankung kann tödlich verlaufen. Hyalomma-Zecken sind ursprünglich in wärmeren Regionen Südosteuropas und Asiens beheimatet, werden jedoch seit einigen Jahren auch in Österreich immer wieder entdeckt.

Der Klimawandel hat zur Ausbreitung der Zecken beigetragen. Die früher geltende Höhengrenze von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel ist längst überschritten.

Mittlerweile gibt es Fundorte, die über 1.500 Meter Seehöhe liegen.

Erfolg der Impfkampagne

Die FSME-Durchimpfungsrate liegt in Österreich seit Jahren stabil bei etwa 85 Prozent, was im internationalen Vergleich einen Spitzenwert darstellt. Diese hohe Impfquote hat zu einem deutlichen Rückgang der Erkrankungsfälle geführt. Vor Beginn der systematischen Impfkampagnen wurden in Österreich jährlich zwischen 300 und 700 FSME-Fälle registriert. In den letzten Jahren schwankte die Zahl zwischen 41 und 216 Fällen pro Jahr.

Trotz der insgesamt hohen Durchimpfungsrate bestehen regional unterschiedliche Infektionsrisiken. Besonders Oberösterreich und Tirol waren in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich von FSME-Fällen betroffen. Fachleute des Gesundheitsministeriums empfehlen daher weiterhin nachdrücklich die Impfung für die gesamte Bevölkerung, da praktisch ganz Österreich als FSME-Risikogebiet gilt.

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KO KOSMO-Redaktion
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