Länger arbeiten – aber anders als bisher gedacht. Eine ÖVP-Granden bringt ein neues Modell ins Spiel, das die Pensionsdebatte neu aufrollt.
Ingrid Korosec, Vorsitzende des ÖVP-Seniorenbunds, signalisiert Gesprächsbereitschaft, wenn es um eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters geht – allerdings mit einer klaren Einschränkung: Maßgeblich soll nicht das Lebensalter sein, sondern die Zahl der geleisteten Berufsjahre. Das erklärte Korosec in einem Gespräch mit der APA.
Darüber hinaus kann sie sich vorstellen, ein solches System an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln – etwa durch eine schrittweise Anhebung des Antrittsalters um ein bis zwei Monate alle zwei oder fünf Jahre. Dass dieser Vorschlag, der auf sie zurückgeht, innerhalb der ÖVP bereits diskutiert wird, bestätigte sie. Konkrete Beschlüsse in der laufenden Legislaturperiode erwartet Korosec allerdings nicht – auch deshalb, weil das Thema im Regierungsprogramm nicht vorgesehen ist.
Korosecs Pensionsappell
„Wenn wir immer älter werden, dann muss sich klarerweise auch etwas verändern“, sagt die Vorsitzende des Seniorenbunds in Bezug auf das gesetzliche Pensionsantrittsalter. Nicht das biologische Alter, sondern die Berufsjahre müssten als Grundlage dienen – ob das letztlich 40, 42 oder 45 Jahre sein werden, sei eine Frage, über die gesellschaftliche Einigung erzielt werden müsse.
Spätestens 2030 werde eine Auseinandersetzung damit unausweichlich, denn der bestehende Nachhaltigkeitsmechanismus werde laut Korosec „sowieso nicht erreicht“. Dieser sieht vor, dass das tatsächliche Pensionsantrittsalter bis 2033 auf durchschnittlich 65 Jahre steigen soll – nach aktuellem Stand wird dieses Ziel voraussichtlich verfehlt. Ihr Plädoyer lautet: „Nachdenken und Diskutieren jetzt, mit Beginn der nächsten Legislaturperiode ein zukunftsorientiertes, flexibles Pensionssystem erarbeiten, natürlich mit Vertrauensschutz von 15 bis 20 Jahren.“