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VERHANDLUNGEN

Patt-Situation: Kickl sucht Gespräch mit Nehammer und Babler

FOTO: ORF/Thomas Ramstorfer
FOTO: ORF/Thomas Ramstorfer

Die Weichen für intensive Verhandlungen zwischen den drei größten Parteien nach den Nationalratswahlen sind gestellt worden. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Parteien ermutigt, weiterführende Gespräche zu führen, um mögliche Kooperationen auszuloten.

Kickls Terminvorschläge

Herbert Kickl, der Vorsitzende der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), hat Treffen mit den Spitzen der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) vorgeschlagen. Diese Gespräche sind für die kommende Woche geplant. Doch sowohl Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) als auch SPÖ-Chef Andreas Babler haben seinen Kanzlerambitionen bereits eine Absage erteilt.

ÖVPs und SPÖs klare Haltung

Der amtierende Bundeskanzler Karl Nehammer hat wiederholt seine Entscheidung bekräftigt, keine Koalition mit der FPÖ unter Herbert Kickl einzugehen. Diese Haltung ist eine Fortsetzung seiner vor der Wahl gegebenen Versprechen und eine Antwort auf das Wahlresultat. Ähnlich klar positioniert sich die SPÖ, die ebenso eine Koalition mit der FPÖ vollständig ausschließt. Eine Zusammenarbeit mit der ÖVP bleibt theoretisch eine Option, obwohl eine stabilere Mehrheit im Nationalrat womöglich die Unterstützung einer weiteren Partei, wie den NEOS oder den Grünen, erfordern könnte. Diese Parteien sind jedoch bislang nicht in die bisherigen Verhandlungsvorbereitungen involviert.

Innerhalb der SPÖ muss Andreas Babler sich Kritik aus den eigenen Reihen stellen. Der steirische Landesparteichef Anton Lang spricht sich öffentlich dafür aus, die SPÖ solle in die Opposition gehen, anstatt eine Regierungskoalition mit der ÖVP einzugehen. Lang unterstreicht die tiefgreifenden programmatischen Unterschiede zwischen SPÖ und ÖVP und warnt, dass ein solches Bündnis die Glaubwürdigkeit der Sozialdemokraten untergraben könnte. Zudem hinterfragt er Bablers Herangehensweise an die Kommunikation um Themen wie Vermögens- und Erbschaftssteuer.