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„FRUGALISMUS“

Pension mit 40? So viel Geld muss man dafür sparen

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(FOTO: iStock)

Viele Menschen haben den Wunsch möglichst früh in Pension zu gehen und finanziell unabhängig zu sein. Wer dieses Ziel schon mit 40 erreichen will, kann sich einiges von sogenannten „Frugalisten“ abschauen.

Der Begriff „Frugalismus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „einfach“ oder „genügsam“ – und genau das ist auch der Geheimtrick von „Frugalisten, sie schaffen es bis zu 70 Prozent ihres Einkommens zu sparen. Der Trend zu einem sparsamen und bescheidenen Leben entstand 2008 zur Zeit der Finanzkrise in den USA. Doch wie funktioniert das genau?

Der deutsche Softwareentwickler Oliver Noelting lebt nur von 870 Euro im Monat. Den Rest seines monatlichen Einkommens spart der 32-Jährige. Sein Ziel: So früh wie möglich finanzielle Freiheit zu erlangen. Noelting zählt zu den bekanntesten Frugalisten Deutschlands und bloggt auch darüber.

Mittlerweile gibt es im deutschsprachigen Raum eine große Anhängerschaft. Auf der Plattform „frugaslisten.de“ tauschen sich Personen aus der Szene über Spartipps und ihre Lebenskonzepte aus. Im Wesentlichen geht es darum, genug Geld anzusparen, um möglichst früh in Pension gehen zu können.

Keine Einschränkungen
Doch das alternative Lebenskonzept soll keine Einschränkung darstellen. Frugalisten geht es viel mehr um Werte wie Unabhängigkeit, Glück und die Abkehr von Materialismus. Sie sind davon überzeugt, dass ein glückliches Leben auch mit einfachen Mitteln möglich ist.

„Materieller Konsum macht mich nicht glücklich“
Auch Noelting hat nicht das Gefühl, auf irgendetwas verzichten zu müssen. Er spart 60 Prozent seines Einkommens. Er wohnt gemeinsam mit seiner Freundin und der gemeinsamen Tochter in einer 46 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Wohnung. Wenn Dinge kaputt gehen, repariert er sie. „Materieller Konsum macht mich nicht glücklich. Glücklich machen mich andere Dinge: Zeit mit Freunden und der Familie, Sport, meine Komfortzone zu erweitern“, erklärte der Softwareentwickler gegenüber dem „Standard“.

Noelting trägt seine Einnahmen und Ausgaben jedes Monat in eine Art Haushaltsbuch ein. Laut dem Spar-Experten könne man schon mit kleinen Schritten viel Geld sparen, etwa indem man den Stromanbieter wechselt oder das Mittagessen selbst ins Büro mitbringt.

Vier-Prozent-Regel
Doch wie funktioniert das Frugalismus-Konzept tatsächlich? Im Grunde geht es darum, möglichst viel einzunehmen, dabei so wenig wie möglich auszugeben und zusätzlich gewinnbringend zu investieren.

Viele befolgen dabei die Vier-Prozent-Regel, sprich: Wer jährlich nur vier Prozent seiner Ersparnisse aufbrauchen muss, kann von seinem Vermögen mindestens 30 Jahre lang leben – dank Zinsen benötige man gar kein Einkommen mehr. Dabei zeigt sich: Frugalismus ist nichts für Menschen, die etwas gegen konsequente Planungen haben.

Quellen und Links: