Start News Panorama Pleite der Sberbank trifft Sparkassen und Raiffeisen sehr hart
ES WIRD ERNST!

Pleite der Sberbank trifft Sparkassen und Raiffeisen sehr hart

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(FOTO: iStock)

Keine guten Nachrichten: Die russische „Sperbank Europa AG“ ist pleite – Für Schäden im Wert von 900 Millionen Euro müssen jetzt österreichischen Banken aufkommen.

Für die heimischen Banken wird der Ausfall der Sberbank Europe ziemlich teuer. Der komplette Schaden soll rund 913 Millionen Euro betragen. Dieser muss jetzt von den Sicherungssystemen der Raiffeisen-Gruppe, der Sparkassen und allen Einlagensicherungen Austria (ESA) – gedeckt werden.

Laut Gesetz muss diese in den nächsten zehn Tagen erfolgen. „In den nächsten Tagen werden alle Einleger von der EdB (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, Anm.) einen Brief erhalten, in dem die erforderlichen weiteren Schritte erklärt werden“, so die ESA. „Nächste Woche kann man beantragen und wir sehen an den anderen Beispielen, die es gab, dass das immer sehr zügig und rasch funktioniert hat“, sagt ESA-Aufsichtsratschef Franz Rudorfer im Ö1-Mittagsjournal des ORF.

Alle Kundenguthaben, die bis zu 100.000 Euro pro Person enthalten, sind gesichert. Betroffen sind von der Insolvenz fast nur 35.000 deutsche Kunden mit Gesamteinlagen von einer Milliarde Euro. Da „Sberbank Europa“ ihren Firmensitz in Wien hatte, muss sich die österreichische Einlagensicherung für die gesamten Guthaben der deutschen Kunden verantworten.

„Die Sberbank Europe AG ist eine österreichische Bank mit Sitz in Wien. Damit ist für die Entschädigung alleine die ESA zuständig, die dafür die finanziellen Mittel von allen österreichischen Banken erhält,“ sagt ESA-Chef Stefan Tacke.

Rückzug aus ganz Europa:
Neben Österreich war die Sberbank Europe auch in Ungarn, Tschechien, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Serbien, sowie Bosnien und Herzegowina tätig. Am Mittwoch gab die russische Sberbank bekannt, dass sich die Bank jetzt aus ganz Europa zurückziehen werde.

Viele Länder haben bereits eine andere Lösung gefunden. Die kroatische Tochterbank wurde von der staatlichen Postbank, Hrvatska Postanska Banka (HPB) gekauft. In Slowenien wurde die Sberbank von der NLB gekauft. In Serbien wird im Herbst die Sberbank durch die serbische Bank AIK übernommen. Tschechien hingegen hat ein Lizenzentzug-Verfahren bei der Sberbank CZ gestartet. Es kann durchaus möglich sein, dass in Tschechien eine Insolvenz, genau wie in Österreich bevorsteht. Wie es in Bosnien und Herzegowina, sowie Ungarn ausschauen wird, ist noch unklar.

Quellen: Heute-Artikel , Presse-Artikel