Ein Vertrag bis 2029, keine Ausstiegsklausel – und trotzdem wird Jürgen Klopp Bundestrainer. Die Lösung dahinter ist so ungewöhnlich wie clever.
Red Bull gibt Jürgen Klopp frei – dem Weg an die Spitze des deutschen Fußballs steht damit nichts mehr im Weg. Der Getränkeriese und der DFB einigten sich auf eine ebenso ungewöhnliche wie charmante Lösung, um die Zusammenarbeit sauber zu beenden.
Klopp stand bei Red Bull noch bis 2029 unter Vertrag – als globaler Fußball-Chef, ohne Ausstiegsklausel. Dass der Deal dennoch zustande kam, ist maßgeblich Oliver Mintzlaff zu verdanken. Der Red-Bull-Sport-Boss ließ seinen wichtigsten Mann im Fußball ziehen – für die wichtigste Aufgabe, die der deutsche Fußball zu vergeben hat.
Einigung in New York
Den Abschluss bildete ein persönliches Gespräch. Am vergangenen Montag, einen Tag nach dem WM-Finale, trafen sich Mintzlaff und Klopp in New York zu einem finalen Austausch. Mit dabei war auch Red Bulls Sales-Geschäftsführer Franz Watzlawick.
Die Bilanz nach anderthalb gemeinsamen Jahren: kein Streit, kein Groll, kein Geld. Eine klassische Ablöse fließt nicht. Stattdessen spendet der DFB an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“ – laut einem Bericht der „Bild“ in Höhe von einer Million Euro. Hundert Prozent dieser Mittel fließen direkt in die medizinische Rückenmarksforschung. Klopp selbst ist ein überzeugter Unterstützer des weltweiten „Wings for Life“-Runs – in den vergangenen beiden Jahren stand er persönlich am Start.
Klopps neuer Staff
Die offizielle Verkündung steht noch aus. Am Freitag soll Klopp auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main als neuer Bundestrainer vorgestellt werden. Der 58-Jährige übernimmt das Amt von Julian Nagelsmann und unterschreibt einen Vertrag bis einschließlich der WM 2030.
Bei Red Bull hatte er eine globale Abteilung mit eigenem Personal aufgebaut – von dieser Struktur nimmt er lediglich einen Mann mit: seinen langjährigen Vertrauten Peter „Piet“ Krawietz, der künftig als Co-Trainer an seiner Seite steht. Komplettiert wird der neue Staff durch Pepijn Lijnders, mit dem Klopp bereits in Liverpool zusammenarbeitete, sowie durch Sven Bender – Ex-BVB-Profi, intern „Manni“ genannt –, der seinen Vertrag beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching Anfang Juli nach zwei Jahren aufgelöst hat.